Ein Harzer Abend mit Gesang und Zitherklang wird vom Publikum in der Köhlerhütte bei Hasselfelde bejubelt. Folkloristen aus Braunlage und Benneckenstein sind überrascht. Organisatoren denken über neue Harzer Abende nach.

Hasselfelde l "Das hätte ich nicht gedacht" und "Mensch, ist das ein Gedränge hier - dass es sowas noch gibt" sind Ausrufe, die im Rund der Köhlerhütte bei Hasselfelde am Freitag öfter zu hören gewesen sind.

Die Besucher strömten in den hölzernen Rundbau am Stemberghaus mit dem Feuer in der Mitte. Drumherum blieb kein Platz frei, und auch die Bühne war mehr als gefüllt, als der Experte für Harzer Kultur, Professor Dr. Lutz Wille, die Besucher begrüßte.

Er lud alle auf eine Reise durch die alte Harzer Kulturgeschichte ein, und kaum einer ahnte, wie kurzweilig und fröhlich sie noch werden sollte. Schon der helle, zuweilen metallene Klang der echten Harzzither erstaunte viele. Das Instrument ist nicht flach, wie viele dachten, sondern sieht eher einer Laute ähnlich. Willi Heindorf und Werner Oelze von der Brauchtumsgruppe des Harzklubs Braunlage stellten die Harzzither vor. Beide bauen das Instrument als einzige in der Region noch selbst aus heimischen Hölzern, wie Lutz Wille in seinem Vortrag hervorhob. Ahorn und Fichtenholz klingen gut, wie die Zitherspieler unter Leitung von Uwe Bartels demonstrierten. Sie musizierten im Wechsel mit der Trachtengruppe des Harzklubs Benneckenstein unter Leitung von Anneliese Gottstein. Fast mucksmäuschenstill wurde es, nur die Holzscheite im Feuer knackten, als Joana Schneider und Kerstin Peter klare Jodler in den Raum schickten.

Andere Harzer Lieder sorgten wiederum für fröhliche Stimmung und wurden vom vorwiegend älteren Publikum kräftig mitgesungen. Launige Einlagen gab Benneckensteins Altbürgermeister Jürgen Heyder mit seinen gekonnt vorgebrachten Stippstöreken "op platt". Und der Köhlerchor des Harzer Köhlervereins brachte die Zuhörer in der Hütte mit seinem Lied vom "Köhlerliesel" ebenso zum Schunkeln wie alle Akteure zusammen mit der heimlichen Harzhymne "Wir sind die Harzgebirgler".

Überrascht und erfreut meinten Gastgeberfamilie Feldmer und Brauchtumskenner Lutz Wille, dass dies durchaus der Anfang einer neuen Veranstaltungsreihe sein sollte.