Im Kino hätte es einen Zuschlag für Überlänge und eine Pause gegeben. Zum Neujahrsempfang der Stadt Blankenburg durften die Gäste im Theatersaal des Großen Schlosses ein kompaktes dreistündiges Programm erleben - gefüllt mit musikalischen Leckerbissen und Neujahrsgrüßen.

Blankenburg l Auf den bewegendsten Moment des Abends haben die rund 240 Gäste des Blankenburger Neujahrsempfanges lange warten müssen: Die Ehrung für eine Blankenburgerin, die sich seit Jahren unermüdlich und ehrenamtlich für das Große Schloss einsetzt und Besuchern die wechselvolle Geschichte des Gebäude-Ensembles und seiner ehemaligen Bewohner näher bringt. Heinrich Prinz von Hannover und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) überreichten Schlossführerin Irmgard Wendt unter großem Beifall die bronzene Ehrennadel der Stadt.

In ihrer Begrüßung hatte bereits Stadtratspräsidentin Birgit Kayser (CDU) mit Hochachtung von den vielen Helfern des Vereins "Rettung Schloss Blankenburg" gesprochen, die dafür sorgen, dass das Haus keine Ruine mehr ist. Auch Holger Stahlknecht hatte bei seinem Gang aufs Schloss registriert, dass seit dem vergangenen Neujahrsempfang - nach seinen Worten nach wie vor der schönste in Sachsen-Anhalt - wieder einiges getan wurde. "Damit wird Blankenburg weiter aufgewertet", so Stahlknecht.

Auch am Sonnabend wirkten wieder viele Vereinsmitglieder im Hintergrund, um dem Empfang einen würdigen Rahmen zu geben. Ein tolles Bild bot zudem das weithin sichtbare Fackelspalier von Angehörigen der Bundeswehr am Aufgang zum Schloss.

In seiner Neujahrsrede blickte Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurück. Mit der Sanierung des Kleinen Schlosses und der Neugestaltung des Schnappelberges sei das Areal zum Vorzeigestück der Stadt entwickelt worden. Zudem habe er zwei Versprechen einlösen können: Zum einen das neue Löschfahrzeug für die Feuerwehr Wienrode und zum anderen den begonnenen Neubau der Grundschule "Am Regenstein". "Der Förderbescheid war wie ein Weihnachtsgeschenk", so Noll, der sich ausdrücklich bei Landtagsmitglied Ronald Brachmann (SPD) für dessen Einsatz bedankte. "Es ist nicht alles schön", merkte Noll auch kritisch an. Allerdings dürfe man die Stadt nicht allein am Leben in der Langen Straße messen. Er sei bemüht, weitere Arbeitsplätze in die Innenstadt zu verlagern. "Die Sanierung der Domäne wird die Stadtentwicklung nachhaltig beeinflussen", erklärte er.

Oberfeldapotheker Hartmut Berge kündigte an, dass die Harz-Kaserne aller Voraussicht nach im April um 42 Dienstposten erweitert wird. Sie bleibe damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Größtes Projekt werde die Fertigstellung der Umgehungsstraße von der B6 zur Kaserne, blickte Berge voraus, der auch die Stadtentwicklung insgesamt "auf einem guten Weg" sieht.

Bilder