Blankenburg l Neujahrsempfänge sind nicht nur Anlass, kritisch auf ein Jahr zurückzublicken. Oftmals bieten sie auch amüsante Zwischentöne. So wie am Sonnabend im Blankenburger Schloss.

Martin Weller, Konzertmeister des Staatsorchesters Braunschweig, lobte das barocke Ambiente im Theatersaal und betonte, dass sein Ensemble im vergangenen Jahr das 425-jährige Bestehen feiern konnte - als eines der ältesten Orchester Deutschlands. Von den elf Musikern waren einst allein sieben Trompeter, erklärte Weller, um anzufügen: "Von denen ich der letzte bin."

Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) nahm den Ball dankend auf. Er erinnerte an die Blütezeit des Schlosses, aber auch an die Ursprünge. "Das Blankenburger Schloss ist ein bisschen älter als die Nachbarschlösser, lieber Herr Oberbürgermeister", scherzte Noll in Richtung Wernigerodes Stadtchef Peter Gaffert. In seinem Rückblick auf 2013 zeigte sich Noll besonders beeindruckt von den sportlichen Leistungen der Blankenburger. Unter anderem von den Welt- und Europameisterschafts-Medaillen des Ruderers Marcel Hacker sowie vom Aufstieg der Volleyballdamen in die dritthöchste deutsche Liga. "Die spielen jetzt in Potsdam, in Berlin und ausgerechnet in Thale", spottete Noll. Da es in Blankenburg keine Sporthalle gebe, die die geforderte Mindesthöhe aufweise, hoffe er auf einen Neubau an der Regensteinschule.

Daumen zu drücken gelte es auch in wenigen Tagen, wenn Tatjana Hüfner bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi um Edelmetall fährt. "Wir hoffen, dass sie Erfolg hat und auf dem Treppchen steht", so Noll. Sollte dies gelingen, werde es für die Rennrodlerin wieder einen Empfang auf dem Rathausbalkon geben. "Denn was die Bayern können, können wir schon lange", sagte er.

Der zweite Gastgeber an diesem Tag, Oberfeldapotheker Hartmut Berge, freute sich, dem Bundeswehr-Sozialwerk 1403 Euro zu überreichen. Das Geld haben die Soldaten der Blankenburger Harz-Kaserne während des vergangenes Jahres bei Führungen und Veranstaltungen gesammelt. Berge nahm zudem seinen Kollegen Klaus-Hartmut Iltgen, Flotillenapotheker a.D., beim Wort und wollte die von ihm versprochenen 100 Euro einsammeln, da schallte es auch schon aus dem Publikum: "Die hast du schon!"

Vor seinem Jahresrückblick verwies Berge darauf, dass solch gemeinsamer Abend nicht selbstverständlich sei und ein Zeichen gelebter Demokratie. Dafür dankte er auch im Namen seiner Soldaten. "Wir fühlen uns in ihren Reihen sehr wohl", so der Chef der Harz-Kaserne.

Einer der gefragtesten Gäste des Neujahrsempfangs war Heinrich Prinz von Hannover. Er war mit seinem Sohn Albert (14) der Einladung auf den ehemaligen Familiensitz gefolgt und unterhielt sich angeregt. Dabei musste er feststellen, dass einigen die richtige Anrede schwer fiel. "Es hat mich schon jemand mit Exzellenz angeredet, zum Glück noch nicht mit Eminenz", scherzte der Adlige, der aber ansonsten auf die Bezeichnung "Seine Königliche Hoheit" gern verzichtet.

   

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