Goslar/Halberstadt l Goslars Rathauschef Oliver Junk hat sich für einen länderübergreifenden Harzkreis ausgesprochen. Die Landkreise Goslar (Niedersachsen), Nordhausen (Thüringen) und Teile des Harzkreises (Sachsen-Anhalt) sollten einen "Großkreis Harz" bilden. "Die gemeinsame Entwicklung im Harz darf nicht an Stadtmauern enden", erklärte der CSU-Politiker am Dienstag gegenüber der Volksstimme. Bislang werde die kommunalen Zusammenarbeit oftmals vom Kirchturmdenken beherrscht.

Hintergrund seines Vorstoßes ist die bevorstehende Kreisgebietsreform in Niedersachsen. Dabei befürchtet Junk, dass der Kreis Goslar zu wenige starke Kreisnachbarn findet. Der Harz habe soviel gemeinsames Potenzial, das jedoch bislang wegen dreier Ländergrenzen zuwenig genutzt werde, so Junk.

Kritik an dem Vorschlag gab es von Landräten: Martin Skiebe (parteilos/Harzkreis) nannte es auf Volksstimme-Nachfrage "inakzeptabel", dass nur Teile seines Kreises fusionieren sollen. "Der Landkreis Harz ist eine Einheit, und so soll es auch bleiben." Seine Goslarer Amtskollege Thomas Brych (SPD) bezeichnete gestern Junks Idee als "interessant, aber unrealistisch".