Die Hochschule Harz hat wieder alle Tassen im Schrank - oder besser gesagt: auf dem Platz. Seit Kurzem schmückt die frisch restaurierte Tassen-Skulptur den Hochschulcampus. Dafür ist dort ein anderes Kunstwerk beschädigt worden.

Wernigerode l Sie ist wieder da, und sie hat keinen Sprung mehr in der Schüssel. Die Tasse, die den "Roten Platz" auf dem Campus der Hochschule Harz in Wernigerode schmückt, ist an ihren angestammten Ort zurückgekehrt, wie Janet Anders von der Hochschule berichtet. Die Skulptur, die eigentlich ein Brunnen ist, hatte eine Generalüberholung gebraucht, da wegen feiner Haarrisse das Wasser herausgelaufen ist.

Zum Verhängnis wurde der Tasse paradoxerweise ihre Beliebtheit. Viele Studenten und Besucher steigen auf die Skulptur, um ein Erinnerungsfoto zu schießen. Gerade bei Absolventen ist die Tasse als Fotomotiv beliebt, weiß Janet Anders. "Wir wollen das auch nicht unterbinden. Wir sind schließlich ein offener Campus und freuen uns, dass die Tasse so gut ankommt", sagt die Hochschulmitarbeiterin. Manche nutzen den Brunnen auch für ein Tänzchen - was zu viel des Guten sei, so Anders.

Denn das Material spielt dabei auf Dauer nicht mit. Dreieinhalb Monate hat eine Berliner Kunstgießerei gebraucht, um die Bronzeskulptur wieder auf Vordermann zu bringen. Die Tasse wurde gereinigt, die Risse wurden verschweißt und dann ziseliert, sodass die Nahtstellen nicht mehr zu sehen sind. Danach erhielt der Brunnen seine grünliche Patina zurück und wurde mit Wachs versiegelt. Auch ein neuer Abfluss wurde eingebaut. Rund 3200 Euro hat die Sanierung des Objekts gekostet, das ein Geschenk von Absolventen war und seit 1998 zum Wahrzeichen von Hochschule und Campus avanciert ist. Unter Studenten ist der Brunnen vor dem Haupthaus ein beliebter Treffpunkt, der Satz "Wir treffen uns an der Tasse" gehört zum Hochschulalltag. Verena Wackershauser freut sich jedenfalls, dass die Skulptur wieder da ist. "Sie gehört einfach zur Hochschule dazu", sagt die 23-Jährige.

Während das Brunnenensemble auf dem "Roten Platz" mit Tasse, Tischtuch und Zuckerstückchen wieder komplett ist, hat sich einige Meter weiter die nächste Baustelle aufgetan. Die Figur des Springers, der zum Schachbrett am Grillplatz im Campuspark gehört, ist Ende des Jahres beschädigt worden. Zehn Jahre stand die Figur unbehelligt an ihrem Platz - auch sie war ein Geschenk von Absolventen des Jahres 2004.

"Sinnloser Vandalismus" sei das, erklärt Janet Anders. Allerdings könnte es sein, dass auch hier die Liebe zum Objekt den Ausschlag gab - denn durch Tritte haben der oder die Täter offenbar versucht, das Fundament der Figur zu lockern und diese vom selben zu lösen. "Wir vermuten, dass sie den Springer mitnehmen wollten, jedoch ohne Erfolg", sagt Anders.

Nun versucht ein Malerbetrieb aus Blankenburg, die Figur zu retten. Sie besteht aus Styropor, außen ist sie mit einem Glasfasergemisch beschichtet. Ob die Handwerker den Springer reparieren können, ist allerdings noch offen.

   

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