Schierke l Der Winter ist noch nicht ganz da und sorgt doch schon in Schierke für Probleme. Das gilt zumindest für einige Anwohner am Barenberg. Denn die Stichstraße, an der auch das Hotel "Bodeblick" liegt, wird seit Kurzem nicht mehr vom Winterdienst der Stadtverwaltung vom Schnee beräumt.

Anwohner Klaus Conradi will das nicht hinnehmen. "Alle Straßen ringsherum werden geräumt, nur unsere nicht", sagt der Schierker. Auf das Schreiben der Stadtverwaltung, das kurz vor Weihnachten einging, hat er seinerseits mit einem Brief reagiert. "Ich sehe darin einen Versuch der Stadtverwaltung, sich aus der Verantwortung zu stehlen", schreibt er darin. Es gehe ihm nicht nur um 35 Meter Straße, sondern auch um eine Treppe, die das Wohngebiet bisher fußläufig angebunden hat.

Bisher - in diesem Wort steckt laut Andreas Meling der Grund für die Querelen. "Im Rahmen der Ausbauarbeiten am Barenberg wurde ein neuer Fußweg geschaffen", erklärt der Sprecher der Wernigeröder Stadtverwaltung. Seitdem gelte die Treppe nicht mehr als die Hauptverbindung für Fußgänger ins Wohngebiet. Deshalb sieht das Ordnungsamt in der Stichstraße samt Treppe nur noch eine Privatstraße - und da liege die Räumpflicht nicht mehr bei der Stadtverwaltung, sondern bei den Anwohnern.

Die könnten den Winterdienst aber nicht ersetzen, sagt Klaus Conradi. "Der Winter in Schierke ist anders als der Winter in Wernigerode", sagt er und zeigt Fotos von zweieinhalb Meter hohen Schneewänden, wie sie sich vor drei Jahren am Barenberg auftürmten. In solchen Fällen seien die Anwohner machtlos. Zu denen zähle übrigens auch die Stadtverwaltung selbst, denn das Freigelände am Fuß der Treppe sei kommunales Eigentum. Das bestätigt Stadtsprecher Andreas Meling. Auch dass der Hauptwanderweg zwischen Schierke und Braunlage über die Treppe führe, sei ein Argument. Deshalb soll bald ein Gespräch vor Ort Klärung bringen. "Wir werden eine Lösung finden, die allen Beteiligten gerecht wird", so Meling.