Eine Ausstellung über den Harzort Sorge an der Warmen Bode wird im bayerischen Ingolstadt vorbereitet. Es geht um "Grenzerfahrungen" und deutsch-deutsches Zusammenrücken.

Sorge l Was vor Jahr und Tag nur als Idee im Harzkreis herumgegeistert ist, wird Realität. Eine Ausstellung über die Geschichte des 83-Seelen-Ortes Sorge kommt in Ingolstadt in Sicht. "Sorge, ein Dorf mitten in Deutschland - Grenzerfahrungen" ist der Titel. Die Eröffnung ist im Stadtmuseum der rund 130 000 Einwohner zählenden bayerischen Metropole am 23. Februar geplant. Nächste Woche gehen Exponate aus dem hiesigen Grenzmuseum auf die Reise an die Donau.

Initiator der ortsverbindenden Schau ist Friedrich Vogel (82). Der in Bayern lebende Enkel des letzten Sorger Hüttenbesitzers sorgte schon mehrfach im Harzort für Ausstellungen. Vor 51 Jahren war Sorge sogar Thema in Afrika. Damals war Friedrich Vogel gemeinsam mit Vater Helmut und einer ähnlichen Ausstellung unterwegs, was als eine der erfolgreichsten Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit der damaligen Bundesrepublik gilt. Auch die neue Sorge-Schau soll weit mehr werden als eine Exponatenansammlung.

Es gehe darum, etwas für Sorge zu tun, das Zusammenwachsen in Deutschland weiter zu fördern, bei jungen Leuten Interesse für die ehemalige Grenze und die schöne Natur im Harz zu wecken, sagt Friedrich Vogel. Ortschefin Inge Winkel (SPD), Otfried Wüstemann und Karin Wedler aus Sorge unterstützen ihn. Ebenso Cornelia Müller aus Wernigerode, der Heimatverein Benneckenstein und viele andere mehr.

Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat der frühere Oberbürgermeister von Ingolstadt, Peter Schnell, übernommen. Er wird ebenso zur Ausstellungseröffnung erwartet wie Prinz Asfa Wossen Asserate von Äthiopien, das Streichquartett des Philharmonischen Orchesters München und auch der frühere Harzer Landrat Michael Ermrich.

Ermrich ist die Ausstellung sogar gewidmet - als Dank für jahrelange gute Zusammenarbeit, wie Friedrich Vogel der Volksstimme sagte. Der Alt-Landrat solle in einer Rede über Gräben sprechen, die es auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch zuzuschütten gelte.

Dem dienen auch viele geplante Kontakte. Busfahrten von Ingolstadt in den Harz sind in Arbeit, und im März fahren Harzer Folkloristen samt Jodlermeister ins Herz von Bayern.