Von wegen "HCC akut - Seit 60 Jahren wirksam und gut". Bei Heimburgs aktueller Karnevals-Medizin ist nachhaltig mit stimmungshebenden Nebenwirkungen zu rechnen.

Heimburg l "Karneval ist Medizin, deshalb gehen viele hin!" Dieser Reim trifft einmal mehr auf den Start der närrischen Session in Heimburg zu, wenn auch am Sonnabend nur geladene Gäste behandelt wurden. Als Privatpatienten bekamen sie vorzugsweise nicht nur die volle Dosis "HCC akut" - das aktuellste Medikament aus dem Apothekenschrank des Heimburger Carneval Clubs - verabreicht, sondern obendrein noch eine reichliche Portion alter Hausmittel. Und die hatten es besonders in sich.

Da brachten Inge und Willi Nowoitnick, die 50 Jahre lang beim Heimburger Karneval aufgetreten waren, eine Budjonny-Mütze voll Witz und Humor mit in die voll besetzte "Linde". Für die Reha sorgten die Männer vom Turnverein "Muskelschwund" - ebenfalls eine Karnevals-Legende an der Altenburg. Und da auch dem Gesang heilvolle Kräfte nachgesagt werden, war Bernd Rademacher noch einmal als Stimmungssänger zu erleben.

Als ehemalige "Oberschwester" des HCC-Elferrats erinnerte Regina Priesterjahn an die 60 Jahre währende Tradition des Heimburger Karnevals, an die Gründer, die vollen Säle zu DDR-Zeiten, aber auch an den schwierigen Weg nach der Wende und den Gastspielen im Sportlerheim. Roswitha Becker, die mit ihren alten Tanzmädels noch einmal eine stimmungsvolle Einlage zeigte, überbrachte dem Verein als Geburtstagsgeschenk alte Dokumente, darunter Büttenreden und Programmhefte.

Nach dieser Prise Erinnerungen zeigte schließlich auch der Nachwuchs, was er drauf hat. Gleich fünf Tanzgruppen - die Minifunken, die mittleren Funken, die Prinzengarde, die HCC-Tanz-AG und das Männerballett - sorgten in zum Teil nagelneuen Kostümen für Stimmung auf dem Parkett. Ein besonderer Höhepunkt war der Tanz des Damenelferrats unter Präsidentin Jana Preuß, der ein "Best of" der vergangenen zehn Jahre präsentierte.

Dass auch Fernsehen gesund macht, bewies einmal mehr das Heimburger Männerballett mit ihrem "Wunschkonzert", präsentiert von der charmanten Carmen Nebel - alias Matthias Priesterjahn. Nach den Auftritten von "Al Bano und Romina Power", "Heino", "Karel Gott", "Nicole" und "Gottlieb Wendehals" waren die Patienten im Saal aber keineswegs geheilt. Denn gerade bei der Einnahme von "HCC akut" ist scheinbar immer mit Nebenwirkungen wie Lachkrämpfen und Zwerchfellattacken zu rechnen.

Die öffentlichen Therapie-Sitzungen des HCC sind am 8. und 15. Februar sowie am 1. März. Beginn ist jeweils um 19.11 Uhr. Restkarten gibt es freitags ab 19 Uhr in der "Linde".

   

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