Musikbegeisterte Lehrer und Schüler, die sich in Schulbands engagieren, schauen drei Tage lang profilierten Rockmusikern über die Schulter. Beim "Rock Camp" in Michaelstein geben ihnen Mitglieder der Band "Silly" wertvolle Tipps für ihr Zusammenspiel und fürs Komponieren.

Blankenburg l In den Mauern des Klosters Michaelstein geben in diesen Tagen einmal nicht Barockmusiker den Ton an, sondern Schüler und Lehrer, die sich in Schülerbands engagieren und dem Rock\'n Roll verschrieben haben. Für das sogenannte "Rock Camp" hat sich die Landesmusikakademie Sachsen-Anhalt prominente Dozenten ins Boot geholt: Rüdiger "Ritchie" Barton und Hans-Jürgen "Jäcki" Reznicek, den Keyboarder und den Bassisten der derzeit angesagtesten deutschsprachigen Rockband "Silly". Ihnen zur Seite stehen bei dem dreitägigen Workshop außerdem der Silly-Drummer Ronny Dehn, der Gitarrist Tom Rauschhardt und der Wernigeröder Tontechniker Felix Größler.

Drei Tage lang arbeiten sie intensiv mit musikbegeisterten Schülern und Lehrern, geben ihnen Instrumentalunterricht, Tipps zum Komponieren und natürlich auch Kostproben ihres Könnens. Einen ersten Vorgeschmack bekamen die jungen Teilnehmer am Montagabend beim gemeinsamen Musizieren. "Das war einfach super. Sie geben einem echt klasse Tipps", war Ludwig Skalitz von der Zusammenarbeit mit den Profis begeistert. Der 18-jährige Blankenburger, der unter anderem in der Dixielandband des Gymnasiums "Am Thie" und mehrere Instrumente spielt, schaute sich vor allem bei Drummer Ronny Dehn einiges ab. Lena Kruppe (17), Paula Heise (16), Michael Himmler (15) und Simon Hänel (17) vom Rock-Pop-Ensemble der Kreismusikschule Harz waren überrascht, welche Prioritäten Profimusiker bei ihrer Arbeit setzen. "Die achten auf ganz andere Sachen", so die vier Wernige röder, die unter anderem eine Übung zum Rhythmusgefühl absolvieren sollten. "Wir hätten nicht gedacht, dass wir so darauf achten müssen."

Für Seminarleiterin Julia Ivancenco war besonders beeindruckend, wie sich die Schülerband binnen nur einer Stunde klanglich verbessert hatte. Ritchie Barton machte den jungen Musikern auch Mut: "Meine Schülerband hat damals genauso geklungen", sagte er und gestand, dass er immer noch Lampenfieber hat - vor allem beim ersten Konzert einer neuen Tournee.

Jäcki Reznicek, der außer bei "Silly" noch in anderen Bands spielt, Dozent an der Musikhochschule in Dresden ist und mehrere Basslehrbücher publiziert hat, gibt ebenfalls gern sein Wissen weiter und führt seine Schüler ein in die "Dreifaltigkeit des Groove", wie er es nennt. "Man muss Musik ganzkörperlich empfinden - vom Kopf bis zu den Zehenspitzen", sagt er.

Eine ganz besondere Kostprobe gab es davon am Dienstagabend: bei einem "Silly"-Mini-Konzert für die Workshop-Teilnehmer. Ernst wird es für sie heute Nachmittag, wenn das Abschlusskonzert und eine Auswertungsrunde anstehen.

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