Ein Großprojekt nimmt planerische Gestalt an: Aus der einstigen Johanniter-Heilstätte für Lungenkranke im Wald bei Sorge soll für 30 bis 47 Millionen Euro ein neues Feriendomizil erstehen.

Sorge. "Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren, in den Häusern wird schon gearbeitet", so Hans Dorrestijn (sprich: Dorrestein) aus den Niederlanden gestern auf Nachfrage. Der Holländer ist Prokurist der "Schloss Ochsenberg GmbH" und leitet den Umbau der Ex-Johanniter-Heilstätte bei Sorge.

Für schlappe 30 bis 47 Millionen Euro, so Dorrestijn weiter, soll aus der seit 1990 mehr oder weniger verfallenen Heilstätte eine moderne, umweltverträgliche Ferienwohnungsanlage werden. Mit 190 bis 290 Plätzen sowie Freizeiteinrichtungen auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal. "Also mit allem Drum und Dran, was heute dazu gehört", wie Hans Dorrestijn betont.

"Schloß Ochsenberg" werde das Feriendomizil heißen - in Anlehnung an den nahen, 584 Meter ü. N. hohen Ochsenberg und den Ochsenbach. Eigentümer ist Ben Tielen, der die unter Denkmalschutz stehende Anlage 2006 erwarb und nun ausgestaltet. "Wir sind auf einem guten Weg, auch Fördermittel sollen beantragt werden", zeigt sich Projekt-Chef Hans Dorrestijn gegenüber der Harzer Volksstimme sehr optimistisch. Die Finanzierung "ist fast rund", maximal zwei Millionen würden nur noch fehlen. Co-Finanzierer und ein Betreiber würden noch gesucht und gerne mit ins Boot geholt. "Wir versprechen uns viel von dem Projekt, wollen harztypisch bauen und ansässige Gewerbetreibende einbeziehen", sagt Dorrestijn. Überhaupt werde sich der Umgebung angepasst: "Wir sind ja nicht in Bayern, wir sind im Harz."

Bei soviel Engagement kommt Zuversicht auf, so bei Sorges Ortsbürgermeisterin Inge Winkel. Aber auch Tannes Ortschef und SPD-Bürgermeisterkandidat für die Stadt Oberharz, Frank Damsch, ist angetan. Er traf sich auf seiner Wahlkampftour schon mal zum Gespräch mit Dorrestijn. "Es ist nachweislich bereits einiges an Geld in die Entwicklung und das Genehmigungsverfahren dieses Projektes geflossen", resümiert Damsch sein Treffen, und: "Mit der Realisierung ergäben sich für die Region völlig neue Perspektiven zur Schaffung unmittelbarer, fester Arbeitsplätze. Die mittelbare Wirkung auf das umliegende Beherbergungs- und Tourismusgewerbe könnte enorm positiv sein."

"Einiges an Geld ist schon geflossen"

Aus Sicht des Bauamtes der Stadt Oberharz sieht die bisherige Vorbereitung des Projektes "sehr gut" aus, wie Vize-Baumtschef Michael Kubocz gestern sagte. Die landesplanerische Anfrage sei positiv beantwortet worden. So wie die Finanzierung vollends stehe, könne die direkte Bauplanung starten. Meinung.

   

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