17 027 Falschparker haben Wernigerodes Politessen im vergangenen Jahr verwarnt. Darüber gibt die aktuelle-Statistik des Ordnungsamtes Auskunft. Seit wenigen Wochen wird zudem ein neues Erfassungssystem mit gelben "Knöllchen" getestet.

Wernigerode l Parksünder sehen gelb. Seit einigen Wochen testen Wernigerodes Politessen ein neues Erfassungssystem. "Davor waren unsere Mitarbeiterinnen mit ihren mobilen Datenerfassungsgeräten unterwegs", sagt Ordnungsamtschef Gerald Fröhlich. Die Geräte, mit Drucker und Akkus ausgestattet, waren schwer, unhandlich und außerdem veraltet. "Deshalb haben wir Smartphones angeschafft. Mit Hilfe einer speziellen App werden Falschparker registriert", so Fröhlich. Statt einer Verwarnung mit Zahlungsaufforderung stecken die Politessen nun ein gelbes Kärtchen hinter den Scheibenwischer, auf dem die Fahrer auf ihr Vergehen hingewiesen werden. "Die Daten werden sofort an die Verwaltung übertragen. Das erspart uns das Einlesen der Daten am Ende des Tages." Die schriftliche Verwarnung erhalten die Parksünder einige Tage später per Post.

20 000 gelbe Karten sind fürs Erste bestellt worden. Geht man nach der "Knöllchen"-Statistik des Ordnungsamtes für 2013, müssten die Kärtchen ein gutes Jahr lang reichen. Insgesamt 17 027 Falschparker straften die Politessen im vergangenen Jahr ab, 220 211 Euro Verwarngeld wanderten ins Stadtsäckel. "Das sind gut 1000 Parksünder weniger als 2012", bilanziert Fröhlich. Die Einnahmen seien dagegen um rund 36 000 Euro gestiegen. "Das ist mit dem neuen Bußgeldkatalog zu erklären." Seit April 2013 ist Falschparken teurer. So kostet zum Beispiel Parken ohne Parkschein 10 statt bisher 5 Euro.

Die meisten Verwarnungen wurden für Verstöße in Anwohner-Parkzonen (3336) erteilt. 2812 Fahrer missachteten das absolute Halteverbot. "Knöllchen"-König 2013 ist ein Parksünder, der ganze 57 Mal verwarnt wurde - für die unterschiedlichsten Vergehen, wie Gerald Fröhlich informiert.

Temposünder bescherten der Stadtkasse im letzten Jahr 66 743 Euro. 2616 Raser wurden geblitzt (2012: 2960 Verstöße, 75 379 Euro). Das "Blitzerfahrzeug", ein dunkelblauer Opel Astra, sei übrigens noch nicht in Rente geschickt worden - trotz über zehnjähriger Dienstzeit. "Auch wenn unser Auto im Internet per Traueranzeige bereits für tot erklärt wurde", so Fröhlich. Bis Sommer müsse der Opel durchhalten. Das neue Blitzerfahrzeug, ein grauer VW Caddy, stehe noch beim Autohändler. Dieser werde mit neuer Technik ausgestattet. Temposünder könnten dann nicht mehr nur durch die Heckscheibe, sondern auch durch die Frontscheibe geblitzt werden. "Damit wollen wir niemanden ärgern", so der Ordnungsamtschef. "Ich rate jedem, sich einfach an die Straßenverkehrsordnung zu halten. Dann gibt es auch keine Probleme."