Halberstadt (sc/dl) l Mit einer Kiste voller Postkarten haben am Mittwoch Klaus Rupprich und Jörgen Kohl das Halberstädter Rathaus betreten. Rupprich, der Vorsitzende des fast 150 Mitglieder zählenden Theaterfördervereins, will zusammen mit Vereinsmitglied Kohl rund 750 Karten, die Sympathisanten des Theaters gezeichnet haben, an Stadtratspräsidenten Dr. Volker Bürger (CDU) überreichen. Die Terminwahl ist kein Zufall. Schließlich entscheidet der Stadtrat heute, ob sich die Stadt in den kommenden Jahren an der Finanzierung des Nordharzer Städtebundtheaters beteiligt.

In den vergangenen Wochen haben die Mitglieder des seit 1992 bestehenden Vereins hunderte Postkarten verteilt. Darauf steht vorgedruckt die Bitte an die Abgeordneten, sich für die Bewahrung der Kulturlandschaft einzusetzen, insbesondere für den Erhalt eines Drei-Sparten-Theaters im Landkreis. "Wir sehen die Kultur als kranken Patienten und haben die Aktion deshalb ganz bewusst mit griffigen Slogans aus dem medizinischen Bereich unterlegt", erklärt Rupprich. Die Aktion sei kreisweit gelaufen, allein im Halberstädter Rathaus seien rund 750 Karten eingetrudelt. Weitere seien im Quedlinburger Rathaus und in der Kreisverwaltung gelandet. Eine Resonanz, über die sich Rupprich und Initiator Jörgen Kohl freuen. Menschen aus der Region, aber auch aus ganz Deutschland, hätten sich beteiligt. Das seien "sehr schöne Signale und ein klares Bekenntnis der Menschen zur Spielstätte", bilanziert Volker Bürger.

Jährlich etwas mehr als eine Million Euro muss die Stadt in ihrem Haushalt einplanen, will sie mithelfen, die Theaterfinanzierung zu sichern. Das Land zahlt jährlich über drei Millionen Euro. Landkreis und Stadtrat Quedlinburg haben bereits beschlossen, künftig ihren Beitrag zu leisten. Fällt der Stadtrat Halberstadt heute ein analoges Votum, steht die Theaterfinanzierung bis 2018.