30 Blankenburger sehen Tatjana Hüfners Silberlauf auf Großbild-Leinwand im Alten E-Werk. Jetzt fiebern sie dem Empfang der Olympia-Heldin Ende März in Blankenburg entgegen.

Blankenburg l Rennrodlerin Tatjana Hüfner hat ihren olympischen Medaillensatz komplett gemacht. Nach der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin und Gold in Vancouver 2010 fuhr die Blankenburgerin nun die olympische Silbermedaille in Sotschi ein. Im Alten E-Werk in Blankenburg verfolgten rund 30 Zuschauer Tatjana Hüfners vierten Lauf, darunter Freunde und Weggefährten wie ihr ehemaliger Trainer Ulf Pöppe sowie Freundin Katina Hacker.

Nach und nach füllte sich am frühen Dienstagabend der Saal. Birgit Rother, ehemalige Rodlerin und jetzt Trainerin beim Rodelclub Blankenburg, hatte die Veranstaltung organisiert. Auf einer Großbildleinwand wurden die olympischen Rodelwettbewerbe der Frauen präsentiert. Doch die Zuschauer hielten nicht nur bei Hüfners Lauf den Atem an. Kurz zuvor war die Internet-Verbindung ausgefallen. Unruhe machte sich bei den Zuschauern breit, wollte doch niemand auf die Übertragung verzichten. Retter in der Not war schließlich Steven Engel, Vorsitzender des Fördervereins Altes E-Werk, der das Bildsig-nal nach wenigen Minuten wieder hergestellt hatte. Dafür erntete er Szenenapplaus der Anwesenden.

Noch am Vortag waren einige Fans enttäuscht nach Haus gegangen, da das ZDF nicht das komplette Rodelrennen übertragen hatte. Diesmal hatten die Organisatoren vorgesorgt und zusätzlich eine Internet-Verbindung gelegt, um die Übertragung zu sichern.

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Veranstaltung waren also gegeben. Jetzt musste der Blankenburgerin Hüfner nur noch ein perfektes Rennen gelingen. Unter den Anfeuerungen der Fans im Alten E-Werk sauste die 30-Jährige die schwierige Olympiabahn hinunter und sicherte sich mit 23 Hundertstel Vorsprung zwischenzeitlich die Führung.

"Jetzt hat sie ihren Medaillensatz komplett."

Doch ihr Jubel währte nur kurz. Ihre deutsche Konkurrentin Natalie Geisenberger erwischte ebenso einen guten letzten Lauf und sicherte sich mit 1,1 Sekunden die Goldmedaille. Der Euphorie unter den Fans tat dies allerdings keinen Abbruch. Die Gäste waren stolz auf ihre "Tati".

Auch Bürgermeister Hans-Michael Noll (CDU) verfolgte gespannt das Rennen der Blankenburgerin und freute sich über die Silbermedaille. Er kündigte an, es werde Ende März einen offiziellen Empfang für die Olympia-Zweite geben. Für Organisatorin Birgit Rother stellte Hüfners Silbermedaille alles andere als eine Enttäuschung dar. "Jetzt hat sie ihren Medaillensatz komplett", sagte sie freudestrahlend. Auch hatte Birgit Rother einige ihrer Rodel-Schützlinge mit ins E-Werk gebracht. Darunter Lennart Reinhart. Für ihn seien beim Rodeln vor allem die "Geschwindigkeit und der Adrenalinkick dabei" das Besondere.

Aus Blankenburg war auch eine kleine Fangemeinde nach Sotschi gereist. Tatjanas Eltern Karin und Edgar Hüfner, ihr Bruder Alex, ihre Schwester Irina sowie Freunde der Familie hatten sich mit ihren Fanplakaten an der Olympia-Bahn bestens in Szene gesetzt. Sie wurden von den Fernsehkameras ständig gefilmt.

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