Natürlich: Auch ein städtischer Wirtschaftsförderer darf sich ganz privat wirtschaftlich engagieren. Die Frage ist nur, ob es klug ist, das just in der Stadt zu tun, in der er von Berufs wegen die Wirtschaft ankurbeln soll. Steigt damit doch die Gefahr, Grenzen zu überschreiten, sich selbst Fesseln anzulegen und insgesamt angreifbar zu machen.

Schon jetzt spricht einiges dafür, dass Thomas Rimpler bei der Vermittlung von Falk Hofmann als Mieter an die Elischa Medical GmbH Grenzen überschritten hat. Das zu prüfen, ist Aufgabe von Experten. Fest steht aber, dass Rimpler nun in einige Erklärungsnöte kommen wird. Zeigt er mit seinen Gesellschafteranteilen an Elischa Medical doch eine persönliche Nähe zu dieser Firma, die andere Unternehmer nun argwöhnen lassen wird.

Wie will Rimpler da noch den Gleichheitsgrundsatz gegenüber allen hiesigen Firmen glaubhaft vertreten? Zumal er für Elischa-Medical nun gar nicht mehr tätig werden darf und sein eigenes Wirkungsfeld als Chef-Wirtschaftsförderer – Kritikpunkt Nummer zwei – so massiv beschränkt. Vom allgemeinen Gerede und Spekulieren, dem berühmt-berüchtigten Geschmäckle, mal ganz abgesehen. Und: Wie will Rimpler den latenten Verdacht, berufliches Insiderwissen und private Interessen mal eben zu vermischen, entkräften?

Unterm Strich bleibt eines hängen: Rimpler hat sich selbst und der Stadtverwaltung einen wahren Bärendienst erwiesen.