Die Nachricht vom angeblich drohenden Statusverlust des erfolgreichen Harzer Hexenstiegs als "Qualitätsweg" hat die regionale Tourismusbranche aufgeschreckt und überregional zumindest Erstaunen ausgelöst. Die vom Deutschen Wanderverband am Dienstag über Spiegel online verbreitete Pressemeldung wurde daraufhin gestern vom in Goslar ansässigen Harzer Tourismus Verband postwendend dementiert.

Goslar. Spätestens seit Mittwochfrüh muss die Geschäftsführerin des Harzer Tourismus Verbandes, Carola Schmidt, Anfragen am Fließband beantworten, die alle auf ein handfestes Dementie hinauslaufen. Und das für eine Mitteilung, die man selbst gar nicht verfasste. Am Dienstag hatte Spiegel online eine Pressemeldung des Deutschen Wanderverbandes verbreitet, wonach der Harzer Hexenstieg seine für drei Jahre gültige Zertifizierung zu verlieren droht.

Carola Schmidt: "Dahinter steckt nicht viel mehr als eine bürokratische Hürde und freilich auch ein überaus zeitiger und langer Winter."

Solche Wege wie der Hexenstieg müssen demnach alle drei Jahre neu zertifiziert werden. Dem voraus gehe üblicherweise nicht nur die Schulung von Mitarbeitern (in diesem Fall Wegewarte vom Harzklub sowie von Beschäftigten des Nationalparks Harz), sondern auch die abschnittsweise Begehung.

Diese Bestandsaufnahme erfolgt in 4-Kilometer-Abschnitten anhand der einschlägigen Wanderkarten. Dabei werden entsprechende Daten digitalisiert und gleich vor Ort eingegeben. Der Harzer Hexenstieg trägt erst seit 2007 das begehrte Label "Qualitätsweg". Insofern war der werbewirksame Begriff des "Qualitätsweges" (ähnlich, wie bei den sogenannten "Top Trails of Germany") tatsächlich zum 31. Dezember 2010 ausgelaufen.

Eine neuerliche Beantragung sei durch den Harzer Tourismus Verband bereits im Sommer 2010 erfolgt. Die Schulungen begannen allerdings erst im September. Regelrecht ausgebremst wurde man dann allerdings durch den frühen Wintereinbruch Ende November. Die erwähnten Begehungen konnten wegen der Witterungsverhältnisse nicht vorgenommen werden. Der Deutsche Wanderverband selbst hatte daraufhin signalisiert, dass man angesichts dieser Winterverhältnisse nicht mehr zu einer Bestandsaufnahme in den Harz fahren werde. Damit, so Carola Schmidt, habe sich das gesamte Verfahren nach hinten verschoben. Im März sollen die Begehungen mit mehrmonatiger Verspätung nachgeholt werden - "sofern dann das Wetter mitspielt".

Von dieser Verzögerung völlig unberührt bleibe die unter dem Dach der "Top Trails of Germany" zusammengefasste Marketingkooperation. Auch davon profitiere man im Harz "sehr stark". Diese gibt es seit mittlerweile fünf Jahren.

Carola Schmidt abschließend: "Glauben Sie mir: Wir waren mit dieser Pressemitteilung des Deutschen Wanderverbandes alles andere als glücklich. Unzutreffend ist, dass bereits damit begonnen wurde, Schilder entlang des Hexenstieges zu demontieren. Es gibt nichts, was seiner erfolgreichen Nach–Zertifizierung entgegensteht."

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