Wer will denn zur Session an den Rhein, wenn er im Oberharz feiern kann? Die Stieger haben am Sonntag ihre mittlerweile 376.Fastnacht begangen- mit viel Witz und Fantasie, Helau und Konfetti.

Stiege l Es müssen die Gene sein. Nicht nur Ortsbürgermeister Helmut Hoppe, der sich als Sheriff kostümiert hatte, bemüht die rheinischen Vorfahren der Stieger, wenn es um den Karneval in dem Oberharzort geht. Bei strahlendem Sonnenschein feierten rund 600Narren in Stiege den Fastnachtsumzug.

Neben Einheimischen waren zahlreiche Gäste von außerhalb gekommen, berichtet der Vorsitzende des Faschings-clubs, Roland Pilz, der als Napoleon verkleidet war. Zum ersten Mal war der befreundete Narrenclub aus dem hessischen Deersheim mit von der Partie.

Familien, Freundeskreise und Vereine zeigten 30Bilder in farbenfrohen und fantasievollen Kostümen und Umzugswagen. Märchenhaft ging es bei Familie Pilz und Freunden zu. Auf ihrem Wagen tummelten sich die sieben Zwerge samt Schneewittchen alias Peter Griese, Mario Wetzlaff, der im goldschimmernden Brokatkleid die böse Königin gab, und Thomas Breithaupt, der als Prinz fungierte. "Wir wollten mal wieder ein Märchen darstellen", sagt Kerstin Weidling, die mit langem Bart und Zipfelmütze kostümiert war.

Zurück in die Steinzeit ging es mit Familie Rode. Für diese ist die Fastnacht ein Familienfest, denn einige Rodes reisen dafür aus dem brandenburgischen Neuruppin an.

Die Finanzmisere der Oberharzstadt beschäftigt die Stieger - mehrere von ihnen machten diese zum Thema ihres Umzugsbeitrags. Die Familie Rode und ihre Mitstreiter etwa, die als "Arme Säcke" unterwegs waren und auf ihrem Wagen Jutesäcke mit aufgenähtem Spielgeld und den Pleitegeier "Pleiti" dabei hatten.

Anders begegneten dem die Familie Kolbe und Freunde, die sich mit viel Glitzer, schwarzen Perücken und aufgemalten Backenbärten in den schrillen Modedesigner Harald Glööckler verwandelten. "Wir setzen der Pleite etwas entgegen", sagt Thomas Griesbach.

Dafür wurden sie zum Abschluss prämiert, ebenso wie die Familien Nabert und Nelius, die als "Stieger Räuchermännchen" viel Zeit und Energie in ihren auffälligen Umzugswagen sowie die passenden Kostüme gesteckt hatten. Das galt auch für die Römertruppe um Marcel Krönig und ihre Streitwagen. Vier Wochen haben die Römer daran gebastelt, verriet der Tischlermeister.

Zuvor hatten am Freitag und Sonnabend die beiden Büttenabende für vollbesetzte Tische im Stieger Schützenhaus gesorgt. Der Faschings- club hatte ein buntes Programm zusammengestellt, unter anderem mit der Rede des Till, dem Bauernpaar, den Mini- schlümpfen, den Panik Girls, die als Matrosen auftraten, und dem Hagenberg Duo. Am 1.März geht es um 14.30Uhr weiter mit dem Seniorenfasching im Schützenhaus,. Dort findet am 2.März zur gleichen Uhrzeit der Kinderfasching statt. Am 8.März wird im Altenpflegeheim gefeiert.

 

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