Die neue Hundesteuersatzung der Stadt Oberharz gilt - und bedroht den fast einzigen Schlittenhundesportler in der Kommune. Eine Ermäßigung wie etwa in Berlin gibt‘s nicht.

Benneckenstein. Die neue Steuerordnung mit den zum Teil höheren Zahlungen für Hunde ist in Kraft, siehe Kasten rechts. Sie wurde vom Stadtrat Anfang Dezember beschlossen, um die Zahl der Hunde nicht ausufern zu lassen und die Einnahmen der aufs Geld angewiesenen Kommune zu verbessern, wie es hieß.

Ausnahmen gibt es nur in gesetzlich vorgegebenen Fällen, also für Dienst- und Gebrauchshunde, auf abgelegenen Grundstücken und für Blindenhunde. Schlittenhunde sind nicht extra berücksichtigt.

"Das kann dazu führen, dass ich den Sport nun aufgeben muss", sagt Mike Justkowiak, ein Musher aus Benneckenstein. Seit 2001 ist er der aktivste unter den zwei einzigen Mushern der Stadt Oberharz und hält derzeit sieben Huskies. Für sie muss er nach der Neuregelung 870 Euro Hundesteuer zahlen. "Über 800 Euro im Jahr sind zu viel, das sehe ich nicht ein", so Justkowiak.

Seine Huskies seien Sporthunde, und die Teilnahme an Schlittenhunderennen komme letztlich auch einer Art Werbung für die Stadt Oberharz gleich. Gerade die Schlitten mit mehreren Hunden seien stets die Attraktion und locken die Zuschauer, das sollte berücksichtigt werden", so der Benneckensteiner: "In anderen Orten geht das doch auch!" Deshalb hatte Mike Justkowiak vor längerem schon einen Antrag auf Ermäßigung bei der neuen Hundesteuer gestellt.

"Über 800 Euro im Jahr sind zu viel"

Der Antrag wurde von Ortsbürgermeister Hans-Herbert Schulteß befürwortet – wenn sich Justkowiak als Mitglied eines Schlittenhundsportvereins ausweist. Das konnte der Benneckensteiner bisher nicht. Der Eintritt in den Verein Reinrassiger Schlittenhunde Deutschlands (SRSD) läuft erst – zu spät für die neue Satzung. "Mike ist ein guter Musher, er will und kann bei uns Mitglied werden", bestätigt Wolf-Dieter Polz, Präsident des SRSD, in Berlin. Er bestätigt außerdem, dass in anderen Orten oft Ermäßigungen gewährt würden. "Wir in Berlin haben zum Beispiel eine Zwingersteuer, andere haben eine pauschale Sportsteuer", so Polz.

Theoretisch denkbar wäre eine ähnliche Regelung auch für die Stadt Oberharz und deren zwei Musher. – "Wenn das eine Mehrheit findet, wäre auch eine nachträgliche Regelung noch möglich", sagt Oberharz-Hauptamtsleiter Hans-Henning Friedrichs zu dem Thema. Ob sich das durchsetzen lasse, sei aber natürlich offen.

Mike Justkowiak will nochmal Anlauf auf eine Änderung der Steuersatzung nehmen. Oder er müsse seine Husky-Hunde – "nach sieben Jahren Rennerfahrung schweren Herzens", wie er sagt – weggeben.

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