Die Campingplatzbetreiber am Schierker Stern wollen von Elend nach Schierke/Wernigerode wechseln. Elend würde wichtige Einnahmen verlieren - und will mit wechseln, wie der Ortschef erneut bekräftigt.

Elend l Wanderer zwischen den Welten von Schierke und Elend waren Corina und Ingo Nitschke schon immer ein wenig. Gezwungener Maßen. Denn das Areal ihres 2002 begründeten Tourismus-Angebotes "Harz-Camping" am Schierker Stern liegt genau auf der Grenze der Gemarkungen beider Harzorte. Und nicht nur das.

Selbst Flächen, die im Bereich Elend liegen, gehören durch eine alte Zuordnung der Stadt Wernigerode. War das schon vor der Gebietsreform ein Problem, so sitzen Nitschkes seit der Reform richtig zwischen den Stühlen. Mit der Bildung von Schierke/Wernigerode und Elend/Stadt Oberharz wurde der bis dahin in der Verwaltungsgemeinschaft halbwegs einheitliche Raum noch einmal geteilt.

Nitschkes fühlten sich damals nach Elend hingezogen. Weil dort der größte Teil ihres Campingplatzes liegt und die Zusammenarbeit gut war. Die Zusammenarbeit sei immer noch gut, beteuern Corina und Ingo Nitschke, doch inzwischen werde immer deutlicher, dass "Harz-Camping" eigentlich zu Schierke beziehungsweise Wernigerode gehört.

"Wir haben rund 12 000 Übernachtungen im Jahr, 98 Prozent der Gäste kommen, weil sie nach Schierke und zum Brocken wollen, nicht nach Elend", begründet Ingo Nitschke seinen Sinneswandel. Hatte er doch einst gekämpft, um statt in Schierke in Elend registriert zu werden. Nun wird der umgekehrte Weg beschritten.

"Unsere Gäste sehen sich als Gäste von Schierke, das Hin und Her um Ortsgrenzen versteht keiner", sagt Corina Nitschke. Etwa, wenn die Gäste zur Verwaltung nach Elend müssen, aber nach Schierke wollen. Oder wenn die Kurkarte der einen Stadt in Einrichtungen der anderen nicht anerkannt wird, was auch schon vorgekommen sei. "Wir müssen dahin, wo der Tourismus boomt", sagt Ingo Nitschke, "da trifft sich unser Streben nach Wernigerode mit dem von Elend selbst."

Das sieht Elends Ortschef Carsten Brett (parteilos) genau so. Für ihn ist der geplante Wechsel der Campingplatzbetreiber nach Wernigerode ein Grund mehr, sich für den Anschluss Elends an Wernigerode zu engagieren. "Wir verlieren sonst rund 12 000 Euro an Kurtaxe-Einnahmen im Jahr, das tut weh", so Brett. Für den Tourismus in der Stadt Oberharz, dem diese Einnahmen auch fehlen würden, sieht Brett weiterhin keine rosige Zukunft und strebt den Wechsel an.

"Wir brauchen einen Beschluss im neuen Stadtrat Oberharz, der uns gehen lässt, und einen im Stadtrat Wernigerode zur Aufnahme", erklärt Brett und hält beides für erreichbar. Von Wernigerode, Oberharz und Innenministerium gibt es dazu jedoch bisher nur ablehnende Signale (Volksstimme berichtete). Davon wollen sich Carsten Brett samt Ortsrat und das Betreiberpaar Nitschke nicht abhalten lassen.

Bilder