Von Ingmar Mehlhose

Wernigerode. Der Widerstand gegen die Pläne von Landrat Michael Ermrich zur Einrichtung einer zentralen Zulassungsstelle an der B 6 bei Quedlinburg (wir berichteten) wächst weiter.

Ulrich Reinhardt als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wernigerode und Karlheinz Erlebach, Obermeister der Kfz-Innung, haben das Vorhaben jetzt im Gespräch mit der Harzer Volksstimme abgelehnt. Reinhardt: "Die Bürgernähe, die versprochen wurde, wird aufgegeben. Das können wir nicht tolerieren." Gerade die Beschäftigten der Autohäuser müssten beinahe täglich in die Zulassungsstelle. Für sie erhöhen sich durch den verlängerten Weg Zeit und Kosten. Reinhardt: "Außerdem wird der gesamte Oberharz völlig abgeschnitten." Der Geschäftsführer und der Obermeister plädieren deshalb für Blankenburg als neuen Standort. Karlheinz Erlebach: "Wir wissen, es gibt in der Kreisverwaltung Harz Leute, die uns da zustimmen. Die haben allerdings keine politische Entscheidungsgewalt." Für die Blütenstadt spricht die vorhandene Infrastruktur und die zentrale Lage. Im Übrigen ist für ihn zweifelhaft, ob die Ansiedelung in Quedlinburg tatsächlich einen Vorteil bei den Mietkosten bringt.

Die Kfz-Innung Wernigerode ist laut Ulrich Reinhardt "mit die stärkste in Sachsen-Anhalt und hat einen Organisationsgrad von fast 90 Prozent". Ihr gehören derzeit 88 Betriebe mit mehr als 500 Beschäftigten an.

Versprochene Nähe zu Bürgern aufgegeben

Karlheinz Erlebach: "70 bis 80 Prozent unserer Kunden sind Rentner." Da steht die Frage: Was unternimmt beispielsweise ein älterer Bürger, der sein Auto abmelden muss? Der Wernigeröder: "Da gibt es keinen Busanschluss. Also bleibt nur die teure Taxe."

Ulrich Reinhardt mahnt: "Vollendete Tatsachen nützen uns nichts." Der Kfz-Oberinnungsmeister sekundiert: "Wir würden uns gern in die Diskussion mit einbringen, se-hen aber momentan keine Möglichkeit, uns zu beteiligen. Das finden wir sehr schade." Und: "Es kann doch nicht immer nur ums Verteilen gehen, wo schiebe ich was hin und her."

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