Der urige Lehrpfad im Thumkuhlental zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne soll zum Deutschen Wandertag im August in "Topform" präsentiert werden. Ein neuer Steg über das Braune Wasser ist jetzt übergeben worden.

Wernigerode l Auf den 114.Deutschen Wandertag vom 13. bis 18.August freut sich Gerhard Rösicke vom Wernigeröder Geschichts- und Heimatverein. Wenn das Großereignis Tausende Menschen in den Harz lockt, will er den Naturkundlich-Geologischen Lehrpfad im Thumkuhlental in Bestform präsentieren.

Seit Oktober wird das Gelände, durch das sich ein plätschernder Bach - das Braune Wasser - und die Steinerne Renne ihren Weg bahnen, hergerichtet. Eine neuer Steg über das Braune Wasser ist vor zwei Wochen fertiggestellt worden.

Die 15Jahre alte Querung war so morsch, dass sie zuletzt gesperrt werden musste. Die Bürgerarbeiter Karsten Neumann, Albert Frank und Klaus-Dieter Heydasch haben im Auftrag der Kommunalen Beschäftigungsagentur (KoBa) und unter Anleitung der Arbeitsförderungsgesellschaft (AFG) Harz einen neuen sicheren Steg errichtet. Das Holz stellte Philipp Konstantin Fürst zu Stolberg-Wernigerode bereit, dem das urige Waldgebiet gehört.

Bei der offiziellen Übergabe des Stegs am Freitag wurde AFG-Chefin Gudrun Mehnert mit einer besonderen Auszeichnung überrascht: Sie erhielt die "Goldene Forelle" aus den Händen von Ulrich Eichler und Otfried Wüstemann vom Wildfisch- und Gewässerschutzverein. "Das Braune Wasser ist ein wichtiges Laichschutzgewässer", erklärte Eichler. "Dort haben die Bachforellen überlebt, als es in der Stadt selbst nicht so gut um die Wasserqualität bestellt war." Der Preis soll die Arbeit der AFG im Gewässerschutz und Landschaftsbau würdigen.

Nächstes Projekt der Mitarbeiter des Elbingeröder Unternehmens ist die Reparatur einer 40 Meter langen Wasserkunst, die mit der Kraft des Baches einst das Wasser aus den alten Schächten pumpte. Das Holzrad mit einem Durchmesser von vier Metern soll im Mai in Stand gesetzt werden. "Leider gibt es Menschen, die so etwas zerstören. Damit müssen wir wohl leben", sagte Bergmann Gerhard Rösicke.

Stolz ist der gebürtige Brandenburger darauf, dass der Lehrpfad an der Hagenstraße in die länderübergreifende Karte zur "Glück auf"-Tour über Bergbau in Mitteldeutschland aufgenommen wurde. Im oberen Hasserode wurde seit dem 13.Jahrhundert Bergbau betrieben.

Kupferkies, Bleiglanz und Kobalt wurden dort gefördert. Der Lehrpfad soll die Erinnerung an die Bergbaugeschichte des Harzes am Leben erhalten. Dazu tragen 13Informationstafeln bei, die entlang des sieben Kilometer langen Rundwanderweges aufgestellt sind.

Bis April kann der Lehrpfad von Zeit zu Zeit gesperrt sein, wenn der dortige Waldbesitzer Bäume fällen lässt. Im Mai sind die Arbeiten abgeschlossen. Zum 114.Deutschen Wandertag unter dem Motto "Weltkultur erwandern - Mythen erleben" werden Tausende Naturfreunde in den Harz strömen, den Brocken erklimmen und entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze wandern. Der Tag findet zum fünften Mal im Harz statt.

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