Wernigerode/Reddeber l Katzenbesitzer in Reddeber leben in Angst vor einem Tierquäler. Mehr als 20 Katzen sollen in dem Wernigeröder Ortsteil in den vergangenen sechs Monaten verschwunden sein (Volksstimme berichtete). Das Ungewöhnliche: Meist sind es schwarz-weiße Tiere, die verschwinden, tot oder verwundet aufgefunden werden. "Wir bangen Tag und Nacht um unsere Vierbeiner", schreibt Armin Gehweiler an die Redaktion. Er ist Besitzer von zwei schwarz-weißen Katzen. Sein Kater war im Oktober mit schweren Wunden, einer Bronchitis und Fieber nach Hause zurückgekehrt. Er befürchtet, dass das Tier Opfer des Katzenhassers war.

"In der Nacht zum 7. Februar habe ich gegen 2.30 Uhr schreckliche Schreie von Katzen im Ort gehört", so Armin Gehweiler. Er sei überzeugt, dass die Geräusche nicht von rolligen oder kämpfenden Katzen herrühren. "Wir hoffen, dass der feige Täter damit aufhört."

Eine Reddeberanerin, die aus Furcht vor dem Unbekannten namentlich nicht genannt werden möchte, berichtete am Volksstimme-Lesertelefon, dass mittlerweile vier ihrer Katzen verschwunden seien. "Bei zwei weiteren Tieren war die Hüfte gebrochen. Ich habe ein sehr geringes Einkommen, trotzdem habe ich viel Geld in die Behandlung gesteckt", so die Leserin.

Sie habe im Oktober Anzeige gegen Unbekannt erstattet. "Auch eine meiner Nachbarinnen hat Anzeige erstattet. Ich bin überzeugt, dass mittlerweile mehrere Strafanzeigen vorliegen, die wegen verschwundener oder misshandelter Katzen aufgegeben wurden."

Im Dezember hatte die Frau einen Brief von der Staatsanwaltschaft erhalten, dass das Verfahren eingestellt werde, weil der Täter nicht ermittelt werden konnte. Sie hofft, dass sich noch mehr Betroffene bei der Polizei in Wernigerode melden. "Wenn es weitere Hinweise gibt, wird der Fall wieder aufgerollt", sagt sie. Obwohl sie ihre Samtpfoten vermisst, habe sie sich entschieden, keine Katzen mehr zu halten. "Es würde mir einfach sehr wehtun, noch ein Tier zu verlieren."

Jutta Horenburg von der Wernigeröder Polizei ermittelt in den Fällen der verschwundenen Katzen. Erfolge könne sie allerdings nicht vorweisen. Sie beklagt, dass die betroffenen Katzenbesitzer nur selten Anzeige bei der Polizei erstatten würden.

Nach dem Bericht in der Volksstimme sei nur eine weitere Anzeige eingegangen - aus dem persönlichen Umfeld der Katzenbesitzer in Reddeber. "Die Leute wollen nicht gern mit der Polizei zu tun haben", sagt sie im Volksstimme-Gespräch.

Dabei benötige die Polizei die Anzeigen, um einen Überblick über mögliche Tatorte zu erhalten. Anzeigen seien auch anonym möglich und könnten von zu Hause aus bei der sogenannten Internetwache aufgegeben werden. Wenn keine weiteren Fälle angezeigt werden, werde Jutta Horenburg ihre Ermittlungen einstellen müssen. Katzenbesitzern empfiehlt sie, ihre Tiere vorerst nicht aus der Wohnung zu lassen.

Betroffene können unter www.polizei-web.sachsen-anhalt.de Anzeige erstatten