Wernigerode l Die Ziege im Streichelzoo der Kinderklinik Wernigerode erhält einen neuen Gefährten. Darüber informiert André Boks, Chef des Fördervereins der Klinik. Vor wenigen Wochen musste eines der Tiere eingeschläfert werden. Daraufhin kursierte unter den Eltern der Patienten in der Kinderklinik das Gerücht, dass auch die zweite Ziege abgeschafft werden soll (Volksstimme berichtete).

Der Förderverein finanziert unter anderem den Streichelzoo und die Tiertherapie. "In einer Zeit, als es unserem Verein finanziell schlecht ging, haben wir beschlossen, keine neue Ziege zu kaufen, falls eines der Tiere stirbt", sagt Boks zurückblickend. "Allein die Unterhaltung des kleinen Zoos, die Pflege des Außengeländes mit Spielplatz, Kräutergarten, Futter, Rasenmähen, Zaunreparatur und der Tierpfleger kosten uns jährlich einen fünfstelligen Betrag."

Unterstützung zugesagt

Nachdem die Kommunale Beschäftigungsagentur (KoBa) ihre Unterstützung eingestellt hatte, wurden die Kosten für den Tierpfleger vom Verein allein getragen. "Das hat ein erhebliches Minus in der Vereinskasse verursacht", so Boks. "Deshalb haben wir sogar darüber nachgedacht, den Streichelzoo auf Kaninchen und Meerschweinchen zu reduzieren und die Ziegen und Schafe bei Vereinsfreunden unterzubringen." Inzwischen sehe die Situation besser aus. "Die KoBa fördert die Arbeit eines Tierpflegers wieder", sagt der Vereinschef. "Uns wurde von mehreren Stellen Unterstützung zugesagt, wir haben einige Spenden erhalten."

Nach dem Volksstimme-Artikel habe er viele Anrufe erhalten. "Uns wurden bestimmt fünf Ziegen angeboten." Über das Interesse an der Tiertherapie und die Unterstützung freue er sich. "Wir haben allerdings noch mehr Anliegen als Streichelzoo und Tiertherapie." Das bestätigt Klinik-Chef Dr. Dieter Sontheimer.

Der Förderverein schaffe die Voraussetzungen für einen familienfreundlichen Aufenthalt der Patienten und ihrer Eltern. "Ohne den Verein könnten wir das nicht leisten", so Sontheimer. Die Patientenzimmer seien kindgerecht gestaltet. "Da kostet jede Gardine, jedes Bild. Die Eltern schätzen es sehr, dass es bei uns in der Klinik anders ist als in anderen Krankenhäusern. Die Mädchen und Jungen fühlen sich wohler", so der Chefarzt.

Das nächste Projekt des Vereins ist die Einrichtung einer Cafeteria - für die Eltern, die oft tagelang mit ihren Kindern in der Klinik sind. Ein weiteres Ziel sei die Erweiterung des Fördervereins auf den Quedlinburger Standort der Klinik. Am 29. März findet die traditionelle Gala des Vereins im Wernigeröder Rathaussaal statt. Damit wollen André Boks und seine Mitstreiter auf ihre Arbeit aufmerksam machen.