Mit einem Hilferuf haben sich Eltern und Großeltern aus der Gehren-Siedlung und der Sonnenbreite an die Öffentlichkeit gewandt. Grund war die angekündigte Verlegung der Schulbushaltestellen wegen einer Straßensperrung. Noch am Freitag hat das städtische Ordnungsamt eine Alternativroute festgelegt.

Blankenburg l Die bevorstehende Sperrung eines Teils der Börnecker Straße von der Einmündung Sonnenbreite bis zum Fliederweg wegen Bauarbeiten hat für einen ungeahnten Aufschrei unter besorgten Eltern und Großeltern in den Wohngebieten Sonnenbreite und Gehren gesorgt. Denn ihnen flatterte eine Information der Grundschule "Am Regenstein" ins Haus, wonach der Schulbus von kommenden Montag an bis einschließlich 12. September nicht mehr durch die Börnecker Straße und Gehren fahren werde, um die Kinder einzusammeln.

Stattdessen wurde vorgeschlagen, dass die Mädchen und Jungen Ersatzhaltestellen nutzen sollen: an der Westerhäuser Landstraße und in der Mühlenstraße. Daraufhin ging ein Aufschrei durch die beiden Siedlungen angesichts des Schulwegs der Kinder. "Man muss sich nur mal die Unfallstatistik der Polizei für den Kreuzungsbereich alte B6/Einfahrt Gehren betrachten. Und unsere Kleinen sollen auf der stark befahrenen Bundesstraße gute 150 Meter auf der Fahrbahn laufen, um dann zur besagten Bushaltestelle zu gelangen", versteht Klaus Lindner, Opa von Zwillingen aus der Gehren-Siedlung, die Welt nicht mehr. "Dort gibt es weder einen Fußweg, noch einen Übergang. Dazu ist die Kreuzung und der Weg zur Haltestelle noch unbeleuchtet. Es gibt lediglich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h, die leider jeder dritte Kraftfahrer ignoriert. Außerdem führt der gesamte Schwerlasttransport in den Harz dort lang", zählt er auf.

Er habe das Gefühl, dass es sich die Stadtverwaltung auf Kosten der Kinder sehr einfach mache und bat in einem Schreiben an Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) um eine öffentliche Stellungnahme. "Warum ist es nicht möglich, den Busverkehr durch das Siedlungsgebiet zu leiten oder im Bereich der Börnecker Straße eine Wendeschleife einzurichten? Das hatten wir alles schon einmal!", erklärte Klaus Lindner.

Noll erklärte auf Volksstimme-Nachfrage, dass er erst am Donnerstagabend durch das Schreiben der besorgten Eltern und Großeltern von dem Problem erfahren habe. Am Freitagmorgen habe er das Ordnungsamt gebeten, den Sachverhalt zu prüfen.

Um 12.08 Uhr teilte das Ordnungsamt in einer Presseerklärung mit, dass der Schülerverkehr ab Montag, 10. März, wie folgt verändert wird. Der Bus werde demnach eine Schleife fahren von der Westerhäuser Landstraße kommend über Finkenweg-Starenweg-Amselweg-Börnecker Straße-Finkenweg zurück zur Westerhäuser Landstraße und dann weiter auf der geplanten Linienführung. Ersatzhaltestellen werden zusätzlich auf der Börnecker Straße zwischen Amselweg und Finkenweg eingerichtet. Um die Durchfahrt für die Busse zu ermöglichen, wird ein Halteverbot eingerichtet - und zwar im Amselweg rechts vom Starenweg kommend für etwa 25 Meter und im Finkenweg rechts von der Börnecker Straße kommend ebenfalls für etwa 25 Meter.