Darlingerode l Am Aschermittwoch sei ja bekanntlich alles vorbei. "Für uns fängt es jetzt erst an", sagte Ulrich Thomas, Kreisvorsitzender der Harzer CDU. Er schwor am Mittwochabend in der Darlinge- röder Sandtalhalle rund 200Mitglieder und Anhänger der Partei auf den Kommunal- und Europawahlkampf ein. Dabei verglich er die Mannschaft, mit der die CDU ins Rennen geht, mit einem Fußballteam: mit einer starken Verteidigung, offensivem Mittelfeld und treffsicherem Sturm samt Fanclub.

Ausgerechnet ein Mann, der bei Thomas noch "auf der Transferliste" steht, punktete an diesem Abend mit seinem Grußwort: Landrat Martin Skiebe (parteilos). In einer leidenschaftlichen und persönlichen Rede begründete er, weshalb die CDU jene Partei sei, mit der er seine Ziele für einen starken Harzkreis verwirklichen könne: "Ich habe gemerkt, dass an keiner Stelle eine andere politische Kraft mit soviel Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit Politik macht und den Menschen Orientierung gibt, die nicht von der Tagesform abhängt, sondern von langfristigen politischen Konzepten." Bei soviel Lob durfte Ulrich Thomas durchaus bangen: "Hoffentlich wird die Ablösesumme nicht zu hoch!"

Weniger humorvoll trat Innenminister Holger Stahlknecht ans Pult. Für ihn sei es wichtig, den Menschen wieder deutlicher zu zeigen, wofür die CDU im Land stehe. Das Wort "Große Koalition" für die Magdeburger Regierung sei eine falsche Bezeichnung: "Die SPD ist lediglich Juniorpartner", so Stahlknecht. Er warnte außerdem vor dem "Wulf im Schafspelz". Denn Linke-Fraktionschef Wulf Gallert würde gern jedem die Welt erklären und gebe sich stets als aufrechter Demokrat. "In der inneren Überzeugung will die Linke aber ein ganz anderes gesellschaftliches System. Sie ist nur eine gehäutete SED", so Stahlknecht. Deshalb müsse für die CDU das Ziel sein, 2016 die Landtagswahl zu gewinnen, um eine rot-rote Koalition zu verhindern. Und sei es auf Kosten einer Koalition mit den Grünen. Passenderweise hatte Ulrich Thomas für seinen Hauptredner als Präsent eine Flasche Rotwein mitgebracht. Stahlknechts bissiger Kommentar: "Das ist auch die einzige Art, wie die Roten zu genießen sind."