Silstedt l "Eine GroKo, die ist lustig...",so das Motto des Politischen Aschermittwochs, zu dem der SPD-Kreisverband nach Silstedt eingeladen hatte.

Dass diese politische "Zwangsheirat" so lustig dann doch nicht ist, ließ sich an den Gesichtern der SPD-Anhänger leicht erkennen. Die Stimmung war nämlich nicht besonders ausgelassen an diesem Mittwochabend. "Es liegt ja auch nicht jedem, ein Thema auf humoristische Weise aufzubereiten", sagte Ludwig Hoffmann, Wernigerodes früherer SPD-Oberbürgermeister.

Dennoch sahen die Organisatoren um Mario Hennig und Kurt Neumann die Veranstaltung als Erfolg an. "Wir sind froh, dass alles geklappt hat", sagte Hennig. Neumann ergänzte: "Zeitgleich findet die SPD-Aschermittwochsveranstaltung in Köthen mit Landes- chefin Katrin Budde und Hubertus Heil statt. Deshalb sind eventuell heute auch weniger Leute als sonst gekommen".

Knapp 60Mitglieder und Freunde der Harzer Sozialdemokratie hatten sich zur Veranstaltung eingefunden, im Vorjahr waren es rund100.

Nach der Eröffnung durch Kreischef Ronald Brachmann führte der im Wahlkampf unterlegene Bundestags-Kandidat Mario Hennig durchs Programm. Musikalische Einlagen lieferte Rainer Günther, dessen Polit-Schlager vom "Harzer Septemberwind" es bis zur bitter-bösen Satire in die ZDF-"Heute Show" geschafft hatte.

Hauptrednerin war mit Anja Naumann die neue Staatssekretärin im Magdeburger Sozialministerium. Die SPD-Politikerin punktete mit dem Versprechen, für den Kreisverband jeweils 20Euro zu spenden, sollte sie keinen politischen Bezug zu jedem Buchstaben des Begriffes "Große Koalition" finden können. Nur zweimal kam sie bei diesem politischen Improvisationstheater ins Straucheln, doch Anja Naumann rundete den Betrag auf 100Euro auf und bekam dafür reichlich Applaus.

Die meisten Lacher erntete Schlussredner Marcus Tanzen. Der Königshütter Ortschaftsrat ließ das vergangene politische Halbjahr äußerst bissig Revue passieren. Vor allem die Fehlbesetzungen an der Spitze der Bundesministerien sorgten für gute Stimmung im Saal, waren doch nach Tanzens Darstellung davon ausschließlich die Unions-Minister betroffen.