An die Töpfe, fertig, los. Harzer Kochlehrlinge haben in der Teufelsbad- Fachklinik ihr Können unter Beweis gestellt. Drei Auszubildende stellten sich den Fragen und Geschmäckern der Prüfungskommission. Doch trotz der eifrigen Lehrlinge fehlt es im Harzkreis an Koch-Nachwuchs.

Blankenburg l Sie schnippeln, brutzeln und richten an. Die Kochlehrlinge Maximilian Reichel, Dominik Lehmann und Sebastian Grabbert haben in der Teufelsbad-Fachklinik ihre vorgeschriebene Zwischenprüfung absolviert. Die Prüfungskommission, bestehend aus Florian Hecek (Vorsitzender), Gabriele Kunth und Teufelsbad- Küchenchef Lutz Koglin, prüft an diesem Tag zunächst das Fachwissen. Die Auszubildenden müssen Lebensmittel erkennen, Arbeitsgeräte erklären und Fachbegriffe erläutern. "Wenn ich koche, muss ich wissen, welche Lebensmittel ich verarbeite", erklärt die Wernigeröderin Gabriele Kunth.

Die Zwischenprüfung ist Voraussetzung, um am Ende der Ausbildung zur Gesellenprüfung antreten zu dürfen. Die Prüfungsgerichte werden vorab von der Industrie- und Handelskammer Magdeburg vorbereitet und dann von der Kommission den Lehrlingen zugelost. Putensteak mit Bratkartoffeln, Königsberger Klopse und Rahmgeschnetzeltes mit Reis stehen unter anderem zur Auswahl.

Und dann heißt es: Ran an die Töpfe. Sebastian Grabbert, Auszubildender in der "Grünen Gurke" in Wernigerode, kocht Rahmgeschnetzeltes. "Das ist eine ungewohnte Situation und aufgeregt ist man auch", sagt der 29-Jährige während der Prüfung. Er hatte vor mehr als zehn Jahren schon einmal eine Kochlehre begonnen. Er brach diese aber ab und schlug eine Laufbahn als Bundeswehrsoldat ein. Im vergangenen Jahr merkte er, dass Koch doch der richtige Beruf für ihn sei.

Zur Prüfung gibt es für die Gerichte keine Rezepte oder Mengenangaben. "Die Lehrlinge müssen selbständig die Rezepte und einen Arbeitsablaufplan erarbeiten. Dafür haben sie zwei Stunden Zeit", erklärt Gabriele Kunth den Arbeitsauftrag. Dabei legen sie und die anderen Prüfer großen Wert auf Ordnung und Sauberkeit. "Die Lehrlinge sollen ihren Arbeitsplatz genauso verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben", erläutert Kommissionsvorsitzender Florian Hecek. Gabriele Kunth ergänzt: "Es wird zwar Wert auf Schnitt-Techniken und richtige Mengenverhältnisse gelegt. Aber Sauberkeit ist das A und O."

Die Lehrlinge putzen Gemüse, schneiden Fleisch und kochen die Beilagen. Die zwei Stunden vergehen rasch. Danach steht der Geschmackstest an. Die Prüfer beurteilen zusammen mit den Lehrlingen Qualität, Geschmack, Verarbeitung, aber auch die Arbeitsweise. Jedoch ohne Noten zu verteilen. "Bei dem einen oder anderen ist noch Luft nach oben. Wir wollen auf Fehler hinweisen, aber vor allem die Lehrlinge motivieren", begründet Hecek seine Einschätzung. Gabriele Kunth lobte besonders das Engagement und die Arbeitsweise der Lehrlinge: "Ich freue mich, dass hier so willige junge Leute bei der Sache sind."

Allem Eifer zum Trotz sei die Lehrlingssituation im Harz aber bedenklich. Teufelsbad-Küchenchef Lutz Koglin: "Es gibt leider immer weniger Kochlehrlinge. Deswegen schließen viele private Kochschulen." Auch Gabriele Kunth bedauert die fehlenden Azubis: "Viele verlieren die Liebe zum Beruf des Kochs, weil die Arbeitszeiten leider sehr familien- unfreundlich sind."

 

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