Schierke l Die große Fichte an der Alten Schmiede in Schierke ist nicht mehr. Der mächtige Baum ist unlängst gefällt worden, was in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates für Diskussionen gesorgt hat.

"Warum war das nötig?", fragte Ratsmitglied Michael Gebbert. Trotz früherer Beschädigungen der Wurzeln sei die Fichte seines Wissens nach gesund gewesen: "Dieser Baum, der schon auf alten Postkarten zu sehen war, hätte uns alle überlebt", sagte Gebbert und fügte hinzu: "Das tut schon in der Seele weh."

Rechtlich sei die Fällung allerdings nicht zu beanstanden, räumte das Ortschaftsratsmitglied ein. Gartenamtsleiter Frank Schmidt bestätigte dies in der Sitzung. Der Baum stand demnach auf Privatgrund, ein Sachverständiger hatte ihn untersucht und die Stadtverwaltung danach im Einvernehmen mit dem Forst und der Unteren Naturschutzbehörde grünes Licht für die Fällung gegeben.

"Wir haben uns extrem schwer getan", sagte Schmidt. Die Fichte sei "ein wunderschöner Baum" gewesen. "Doch alle waren der Meinung, dass wir die Standsicherheit des Baumes nicht garantieren können." Das Wurzelwerk sei tatsächlich geschädigt gewesen, habe aber dennoch bis unter das Haus gereicht. Durch die Hebelwirkung hätte der Baum, wäre er umgefallen, sehr viel Schaden anrichten können. "Die Leute hatten schlichtweg Angst, weiterhin dort zu wohnen - und ich konnte das verstehen", so der Gartenamtsleiter.

Hinzu komme, dass wegen der Bauarbeiten an der Sandbrinkstraße zahlreiche Bäume gefällt worden waren, was wiederum andere Windverhältnisse schaffe - die Fichte war dadurch einer stärkeren Belastung ausgesetzt. "Und wenn etwas passiert wäre, hätten alle gefragt: Die Fachleute waren doch da, warum haben die das nicht verhindert?" Deshalb habe es aus seiner Sicht keine andere Lösung gegeben: "Auch wenn es ein Jammer ist."