Wernigerode l "Ich bin froh, dass nicht noch mehr gestohlen wurde", sagt Peter Fischer. In der Nacht zum Dienstag war ein Einbrecher in sein Fotogeschäft in der Breiten Straße in Wernigerode eingedrungen, hatte die Tür eingetreten, die Kasse zerstört und mehrere Hundert Euro entwendet. "Vor ein paar Wochen waren mir schon einmal Einbruchsspuren an der Tür aufgefallen", sagt er. Fischer ist nicht der einzige, der in letzter Zeit von Einbrechern heimgesucht wurde. "Ich weiß von mehreren Geschäften in der Nachbarschaft, die aufgebrochen wurden."

In der Tat: Laut Polizei ist der Einbruch in den Fotoladen bereits der 67. seit Anfang des Jahres in Wernigerode. Bei der Polizei häufen sich die Anrufe besorgter Bürger. "Die Leute sind verunsichert", sagt Peter Pogunke, Sprecher des Polizeireviers Harz in Halberstadt.

Die Ermittler vermuten, dass die Delikte auf das Konto eines einzigen Täters gehen, der ohne Komplizen agiert. "Wegen der Vorgehensweise und der Dreistigkeit, die er an den Tag legt, gehen wir davon aus, dass der Einbrecher Drogen konsumiert und es sich um Beschaffungskriminalität handelt", so Pogunke. Für diesen Verdacht spreche das wenig planvolle Vorgehen, das sich auch beim Einbruch in Fischers Fotoladen zeigte. "Wenn die Tür nicht aufgehebelt werden kann, wird zugetreten. So etwas würde ein Einbrecher normalerweise nicht tun. Daran sieht man, dass der Täter stark unter Druck stand", erklärt Pogunke gegenüber Volksstimme. Scheitert er an einem Tatort, versuche es der Täter kurz darauf nebenan. Auch das lasse auf einen Drogenabhängigen schließen, der schnell Geld beschaffen muss.

Und: Der Gesuchte achte nicht darauf, ob dort, wo er sich Zutritt verschafft, etwas zu holen ist. Darin unterscheide sich der Dieb deutlich von organisierten Banden, die ihre Ziele - meist Einfamilienhäuser mit kostspieligem Mobiliar - vorab auskundschaften. Einen konkreten Verdacht haben die Beamten noch nicht. "Wir sehen uns in der Drogenszene um", so Pogunke.

Wer sich vor Einbrechern schützen will, kann sich von Fachleuten oder im Baumarkt über Sicherungssysteme beraten lassen, empfiehlt er.

Wer verdächtige Geräusche bemerkt, sollte umgehend die Polizei informieren."Die Devise lautet: Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig." Augenzeugen sollten versuchen, sich möglichst viele Details einzuprägen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Täter eigenmächtig zu stellen.