Der Bau der neuen Zufahrt zur Blankenburger Harz-Kaserne wird sich erheblich verteuern. Die Bahnstrecke kann nicht wie geplant für den Einbau einer neuen Brücke vier Tage gesperrt werden. Dafür wird nun ein Umleitungsgleis gebaut.

Blankenburg l 900 der insgesamt rund 1900 Meter Zufahrtsstraße zur Harz-Kaserne entlang der B 6 sind bereits mit einer Schwarzdecke versehen. Die neue Bahnbrücke, unter der künftig der gesamte Lieferverkehr des Blankenburger Bundeswehr-Standorts hindurchrollen wird, steht fertig zum Verschieben bereit. Doch obwohl die Arbeiter auf der größten Baustelle der Stadt voll im Zeitplan liegen, wird sich das Anschließen der Brücke an das Gleisnetz der Deutschen Bahn AG wohl um Monate verschieben. Trotz minutiöser Planung hat es offensichtlich eine Panne gegeben. Die Strecke kann nicht wie vorgesehen für 96 Stunden gesperrt werden, weil die Kalkzüge der Fels-Werke über diese Bahntrasse rollen. "96 Stunden ließen sich zwar überbrücken. Dann muss aber wirklich alles auf die Minute passen. Das Risiko, dass wir den Lieferverpflichtungen gegenüber unseren Kunden nicht nachkommen können, ist aber einfach zu hoch", erklärte Fels-Sprecher Bernd Röwert.

Wie Blankenburgs Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) auf Volksstimme-Nachfrage bestätigte, hat es bereits mehrere Treffen aller Beteiligten, darunter Deutsche Bahn, Fels-Werke, Bundeswehr, Kreisverwaltung, Planungsbüro und Baubetrieb gegeben, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. "Es wäre auch eine kürzere Sperrzeit möglich. Diese reicht aber nicht, um die Brücke einzuschieben", so Noll. Inzwischen seien sich alle einig, ein etwa 600 Meter langes Umleitungsgleis zu bauen. Die Kosten dafür könnten sich nach unbestätigten Informationen auf rund zwei Millionen Euro belaufen. Ein Großteil davon werde wohl die Bundeswehr tragen, die ursprünglich rund 6,1 Millionen Euro für das Projekt vorgesehen hatte. Trotz der Umleitung soll der gesamte Bau Anfang November fertig sein.

In der Harz-Kaserne werden pro Monat rund 2500 Pakete umgeschlagen, um etwa 65 000 deutsche Soldaten im In- und Ausland mit Arzneimitteln und Sanitätsmaterial zu versorgen. Mit der neuen Straße soll der Innenstadtverkehr deutlich entlastet werden.

Aufgrund der milden Witterung sind die Arbeiten auf der künftigen Trasse in den vergangenen Wochen schnell vo-rangekommen. Einzig der felsige Untergrund vor dem rund sieben Meter tiefen Einschnitt vor der geplanten Brücke hat die Bauarbeiter Zeit gekostet. Dabei setzten sie beim Baggern sogenannte Felszähne ein. "Zum Teil mussten wir auch spechten", erläuterte Polier Björn Heising. Auch das Anpassen der Böschung sei alles andere als einfach gewesen. Dort konnten nur die erfahrensten Stratie-Mitarbeiter eingesetzt werden. Heising: "Das ist kein alltäglicher Straßenbau."

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