Rübeland/Blankenburg l Die Rappbodetalsperre ist nicht nur das Aushängeschild des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt schlechthin und speziell für das Bodewerk in der Stadt Oberharz, sondern auch eines der touristischen Glanzlichter der Region.

Viele zehntausende Besucher gehen jährlich durch den Tunnel auf die mit 106 Metern höchste Staumauer Deutschlands oder steigen hinauf zum Aussichtspunkt des Bildungsvereins Harzer Urania, um den Blick auf das Bauwerk zu genießen oder gar eine Seilfahrt unweit der Mauer ins Tal zu wagen. All das wäre ohne Christian Weißbach nicht möglich. Er gilt als Erbauer der Rappbodetalsperre, heute jährt sich sein Todestag zum 52. Mal.

Weißbach wurde am 28. März 1906 in Heinrichsort in Sachsen geboren. Er studierte von 1925 bis 1930 an der Technischen Hochschule Dresden, arbeitete später beim Bau der Talsperre Sosa. Den Bau der Rappbodetalsperre leitete er ab 1952 bis zur Fertigstellung 1959. Der Wasserbauexperte promovierte 1954 zum Dr.-Ingenieur, erhielt 1959 den Nationalpreis der DDR für Wissenschaft und Technik und wurde 1962 Professor in Leipzig an der Hochschule für Bauwesen.

"Professor Weißbach hat den Bau von Deutschlands höchster Staumauer mit all seiner Erfahrung begleitet", sagt Burkhard Henning, Geschäftsführer des Talsperrenbetriebs, in Würdigung des Ex-Oberbauleiters: "Die Rappbodetalsperre war sein Lebenswerk, weil sie für Generationen von Bedeutung ist." Der Bauchef selbst nannte den Tag der Einweihung der Rappbodetalsperre den schönsten Tag in seinem Leben.

Christian Weißbach starb am 24. März auf der Autobahn auf dem Weg nach Leipzig, vier Tage vor seinem 56. Geburtstag. Er wurde auf dem Friedhof in Blankenburg beigesetzt.

2012 richtete der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt die Grabstelle ihm zu Ehren wieder her und kümmert sich seitdem um deren Pflege. Eine Gedenktafel mit der Vita des Oberbauleiters für das Bodewerk soll in Kürze aufgestellt werden.