Der Startschuss für das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Blankenburg ist gefallen. Unter möglichst großer Bürgerbeteiligung sollen Energieeinsparpotenziale umgesetzt und der Kohlendioxidausstoß gemindert werden. Mehrere Workshops folgen.

Blankenburg (uba) l Startschuss für das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Blankenburg mit ihren sieben Ortsteilen. Das Ziel: Energie einsparen und den Kohlendioxid-Ausstoß vermindern, so wie es die Klimaziele der Bundesregierung vorsehen, die von einer Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2020 ausgehen. Einsparungen, Effizienz und erneuerbare Energien sind die Meilensteine auf dem Weg dorthin, eine breite Bürgerbeteiligung ist erwünscht. Die Mitglieder des Blankenburger Stadtrats Ulrich-Karl Engel (B90/Die Grünen) und Rüdiger Klamroth (CDU), letzterer auch Bürgermeister von Börnecke, hatten die Initiative ergriffen, das Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. Katharina Graweloh und Reiner Tippkötter von der Beratungsfirma "infas enermetric" mit Sitz in Greven (Nordrhein-Westfalen) stellten kürzlich bei einer Auftaktveranstaltung im historischen Ratssaal die Handlungsfelder und die Vorgehensweise vor.

Vier Themen sind es vor allem, die in den kommenden Monaten auch unter Beteiligung der Bürger beraten werden sollen: Erneuerbare Energien, klimafreundliche Mobilität, Energieeffizienz und die Entwicklung des Kurorts, einschließlich der möglicherweise in Blankenburg stattfindenden Landesgartenschau 2022. Am Ende soll dann ein Plan stehen, der zu besserer Energienutzung und zu weniger CO2-Ausstoß führt.

Die Mitarbeiter des Beratungsinstituts haben dafür schon vorgearbeitet: Katharina Graweloh stellte einige Ergebnisse aus der Energie- und CO2-Bilanz vor, die bereits erstellt worden ist. Dabei liegt Blankenburg sowohl beim Energieverbrauch als auch beim Kohlendioxid-Ausstoß im guten Mittelfeld. Dass die Stadt in den vergangenen Jahren nicht ganz untätig geblieben ist, konnte auch Joachim Eggert, Leiter des Bereichs Planung und Bauen in der Stadtverwaltung, bestätigen. Er verwies auf das Blockheizkraftwerk, das das Sportforum am Regenstein umweltfreundlich mit Wärme und Strom versorgt. Anlagen der Fotovoltaik (Strom aus Sonnenlicht) seien bereits in Betrieb, weitere in der Planung. Windkraftanlagen dürfen allerdings wegen des Status` als Landschaftsschutzgebiet nicht errichtet werden, betonte er.

Wie mit der Wahl der richtigen Lampenart Strom gespart werden kann, zeigte Helmut Plättner anhand der in seiner Blankenburger Firma hergestellten LED-Leuchtkörper. Bis zu zwei Dritteln Stromeinsparung gegenüber herkömmlicher Beleuchtungstechnik seien damit möglich, so seine Erfahrung.

Ute Urban von der Hochschule Harz berichtete über ihr Energiespar-Projekt für Schüler. Herzstück ist die "Klimakiste", die Messgeräte enthält, mit denen die Jugendlichen in ihrer Schule den Verbrauch von Strom, Wärme und Wasser selbst kontrollieren und Einsparungen vorschlagen können. An der Sekundarschule "August Bebel" wurde ein solcher "Energie-Check" bereits erarbeitet.

"Gemeinsam für ein gutes Klima", sei nun das Motto für die weitere Arbeit, fasste Reiner Tippkötter zusammen: "Wichtig ist, dass sich möglichst viele Bürger beteiligen und ihre Ideen einbringen". Dazu werden insgesamt vier Workshops angeboten. Der erste findet am Dienstag, dem 8. April, zum Thema "Erneuerbare Energien" in der "Alten Schule" in Börnecke statt. Das zweite Thema lautet "Klimafreundliche Mobilität". Dazu wird für Mittwoch, 9. April, in die Grundschule "Diesterweg" in Derenburg, Bleichstraße 1, eingeladen. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

   

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