Schüler des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums in Wernigerode tüfteln jede Woche an Robotern, die sie dann in Fußballspielen gegeneinander antreten lassen. Demnächst nehmen sie an der deutschen Robotermeisterschaft teil.

Wernigerode l Jeden Mittwoch wird ein Flur des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums in Wernigerode zum Fußballfeld. Dann spielen Roboter einen mit Technik vollgestopften Ball ins gegnerische Tor.

Gebaut und programmiert haben die vierrädrigen Gefährte Schüler der siebten bis neunten Klasse in der Robotik-AG. Grundlage für die Roboter sind Bausätze aus der Mindstorm-Serie von Lego. Ein Motor treibt die Roboter an, eine Steuerungseinheit bestimmt ihren Weg, und mit einem Infrarotsensor orientiert sich das Gefährt.

"Die Roboter sind Multitasking-fähig", sagt Matthis Schönherr. Das bedeutet, dass jeder Roboter mit einer Vielzahl von Bewegungsabläufen programmiert werden kann, die er in den jeweils passenden Situationen abruft. Misst der Infrarotsensor zum Beispiel einen besonders großen Abstand zwischen Roboter und Fußball, so beginnt sich das Fahrzeug zu drehen, um den Ball zu orten. Danach ruft die Steuerungseinheit die Bewegungsschleife ab, mit der sich der Roboter am schnellsten in Richtung Ball bewegen kann. Die Schüler versuchen dabei, die Roboter so genau wie möglich zu programmieren. "Je mehr Bewegungsabläufe der Roboter kennt, desto besser kann er Fußball spielen", sagt Matthis.

"Doch dann kamen die anderen Mannschaften mit ihren Kampfrobotern."

Regina Grohs, Lehrerin Gerhart-Hauptmann-Gymnasium

Während die meisten Schüler in der AG über eine Grafik-basierte Software die Roboter programmieren, arbeitet Felix Fleisch mit einer Programmiersprache. Was kompliziert aussieht, sei in Wirklichkeit viel einfacher, so der Neuntklässler. "Das Programm hängt seltener fest, und ich benötige keine zwei Monitore", sagt Felix, während auf seinem Bildschirm für Außenstehende rätselhafte Codes angezeigt werden.

Mit ihren Robotern haben die Schüler Anfang März an einem Qualifikationsturnier in Berlin teilgenommen. Dort haben ihre Maschinen gegen die Roboter von Schüler-Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet Fußball gespielt. Als Schiedsrichter fungierten Studenten der Technischen Universität Berlin. Beim Fußballturnier konnten die Wernigeröder allerdings keine großen Erfolge erringen.

"Wir sind mit ganz kleinen Robotern angereist, doch dann kamen die anderen Mannschaften mit ihren Kampfrobotern", berichtet Lehrerin Regina Grohs vom Ausscheid. Die Teilnahme sei allerdings lehrreich gewesen, die Roboter müssten stabiler werden, zudem sorge der Farbsensor für Ärger.

Dafür haben sich die Schüler mit ihren Rescue-Robotern qualifiziert. Diese sind ebenfalls aus Lego-Teilen gebaut, schießen aber keine Tore, sondern müssen auf einer schwarzen Linie einem Parcours folgen. Dabei gilt es verschiedene Aufgaben zu erfüllen und Hindernisse zu überwinden: Der Roboter muss zum Beispiel eine Getränkedose finden und sie an eine bestimmte Stelle schieben.

Bleibt die Frage, warum die Tüftler nach Schulschluss nicht einfach nach Hause gehen, sondern auch ihre Freizeit in den Schulräumen am Westerntor verbringen.

Johannes Meinck aus der siebten Klasse zum Beispiel hat einfach Interesse am Programmieren. "Ob ich nach der Schule etwas in dieser Richtung studieren werde, weiß ich aber noch nicht", sagt der 13-Jährige.