Gute zwei Monate hat eine Bordercollie-Hündin Kraftfahrer und Polizisten an der B6 in Atem gehalten. Oft war das Tier nahe der Straße gesehen worden. Doch dann wurde sie eingefangen und hat seit Donnerstag eine neue Familie gefunden.

Stapelburg l Viele Wochen lang hat ein Hund seit Jahresbeginn die Kraftfahrer in der Nähe der B6-Abfahrt Stapelburg in Atem gehalten. Unzählige Male sind Polizeiautos angerückt, um das Tier an der belebten Straße einzufangen. Doch nie gelang es.

Erst mit Hilfe des Ehepaares Schneider aus Stapelburg und im Zusammenarbeit mit dem Nordharzer Ordnungsamt sowie des Luchs-Projekts des Nationalparkes gelang es, den Hund in eine Falle zu locken. Es war eine Bordercollie-Hündin, die vorerst ins Derenburger Tierheim gebracht wurde und dort den Namen "Enni" erhielt - in Anlehnung an das "n" der Bundesstraße 6.

Die Volksstimme hatte mehrfach über den streunenden Hund und die Gefahren für die Kraftfahrer berichtet. Das wurde auch von Familie Ehlert in Stapelburg aufmerksam verfolgt. "Ich habe ja beim Autofahren den Hund selbst gesehen, da interessiert einen sein Schicksal doppelt", berichtet René Ehlert. Groß war die Freude, als die Meldung erschien, dass der Hund eingefangen und ins Tierheim gebracht worden ist. "Ich habe sofort meine Frau angerufen. Wir trugen uns schon lange mit dem Gedanken, einen Hund bei uns aufzunehmen", erklärt der Familienvater. Für Ehefrau Ramona war klar, dass es ein Tier aus einem Tierheim sein sollte und keines von einem Züchter. "Wir wollten irgendetwas Gutes tun, da kam uns der Borercollie gerade recht", ergänzte sie. Noch am gleichen Tag besuchten Ehlerts den Hund im Tierheim. Danach führte die Familie ihn mehrfach aus und erklärte sich bereit, die Hündin bei sich aufzunehmen. Das brachte viel Arbeit, vor allem für René Ehlert. Eine Hundehütte musste gebaut und auch ein Zaun zum Nachbarn erneuert werden. Beim Zaunbau gab es einen Unfall, in dessen Folge René Ehlert einen Kreuzbandriss erlitt. Wegen der Operation musste der Hund etwas länger als geplant im Tierheim bleiben, doch nu ist er endlich in Stapelburg.

Und "Enni" hat auch einen neuen Namen bekommen. Sie heißt jetzt "Nelli" - in Anlehnung an einen früheren Hund der Familie. Ihr neues Familienleben kann beginnen.

Die Hündin ist Ende 2013 wahrscheinlich nahe Stapelburg ausgesetzt worden. Gegen den vermutlichen Verursacher ermittelt zurzeit die Kriminalpolizei.