Benzingerode l Für viele Benzingeröder ist die Gaststätte "Zum Lindenhof" eine Institution. Sie war das Domizil des Karnevalsvereins und ein beliebtes Lokal für Familien- und Vereinsfeiern. Am heutigen Montag schließen Hannelore und Erich Mooshake aus Altersgründen das über drei Jahrzehnte lang von ihnen geführte Restaurant mit Saalbetrieb und Ferienzimmern.

"Eigentlich wollten wir schon vor einem Jahr schließen", sagt der Wirt, der inzwischen Altersrentner ist. Vereine, der Bürgermeister Siegfried K. Müller und viele Freunde und Bekannte überredeten ihn jedoch, weiter zu arbeiten und einen Nachfolger zu suchen. Er schaltete einen Makler ein, inserierte selbst - alles ohne Erfolg. "Es gab nur zwei Interessenten. Einer wollte ein Seniorenheim einrichten, ein anderer Ferienwohnungen schaffen." Beide gaben ihre Ideen wegen der enormen Umbaukosten auf.

Arbeitszeit und Kosten schrecken Interessenten ab

"Nun schließe ich völlig unspektakulär. Das Vereinszimmer hat am letzten Tag ein Benzingeröder für eine Geburtstagsfeier gebucht." Im Restaurant wollen die Frauen des Benzingeröder Carneval Clubs Abschied feiern. "Wenn diese Gäste gegangen sind, schließe ich die Tür ab und hänge ein Schild an die Tür: `Nachfolger gesucht`." Auf absehbare Zeit will er das Lokal "übernahmefein" halten. Nichts werde entfernt, versichert er.

Doch warum ist es so schwer, einen Nachfolger zu finden? "Die Arbeitszeit, auch am Wochenende, schreckt wahrscheinlich viele ab", so Mooshake. Hinzu komme der Teildienst mittags und dann abends oft bis tief in die Nacht. Das habe auch Sohn und Tochter abgeschreckt. "Ein weiteres Problem ist der Gästeschwund in den letzten Jahren. Seit dem Bau der B6 sind kaum noch Durchreisende eingekehrt." Die gestiegenen Kosten, vor allem die GEMA-Gebühren, seien ein weiterer Grund. Leidtragende seien nun nicht nur die Benzingeröder. Auch die Urlauber in den Ferienwohnungen dürften bedauern, dass nun diese Einkehrmöglichkeit wegfällt.