Auf ein einsatzreiches Jahr haben Blankenburgs Brandschützer zurückgeblickt. Im Großen Schloss gab es auch Signale, noch enger zusammenrücken.

Blankenburg l Zusammenrücken, füreinander da sein - unter diesem Motto hätte die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Blankenburg stehen können. Denn in einem an Einsätzen reichen Jahr wurden in der Arbeit der ehrenamtlichen Brandschützer auch weitere Hürden genommen und Partnerschaften gepflegt. Ortswehrleiter Alexander Beck würdigte in seinem Jahresbericht zum einen die Kooperation mit dem Verein "Rettung Schloss Blankenburg", der den Theatersaal kostenlos zur Verfügung stellte und im Sommer auch eine Übung im ehemaligen Heizhaus ermöglicht hatte. Im Gegenzug sichern die Kameraden viele Veranstaltungen im Schloss ab. "So kann eine Kooperation zum beiderseitigen Nutzen aussehen", lobte Beck.

Einen Schlussstrich zog der Ortswehrleiter unter persönliche Querelen innerhalb der Mannschaft. Er bat aber gleichzeitig um Verständnis für Entscheidungen, die von der Feuerwehrführung getroffen werden mussten, auch wenn sie nicht von jedem Kameraden mitgetragen wurden. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Torsten Krause habe er sich für das laufende Jahr eine klare Darstellung von Leitsätzen sowie ein stärkeres Miteinander aller Kameraden auf die Fahnen geschrieben.

Im vergangenen Jahr mussten Blankenburgs Blauröcke insgesamt zu 300 Einsätzen ausrücken. Das waren 60 mehr als im Jahr davor. Dabei mussten die Kameraden die unterschiedlichsten Fälle abarbeiten: von Bränden und Verkehrsunfällen bis hin zur Rettung von Fischen aus einem vertrockneten Teich, dem Verhindern eines Steinschlags in der Harz-Kaserne und der Bekämpfung des Hochwassers an Elbe und Saale.

Besonderes Hauptaugenmerk richtete die Wehrleitung auf die Gewinnung weiterer Mitglieder und die Sicherung der Zahl der Aktiven. Insbesondere Gespräche mit Arbeitgebern zur Förderung von Feuerwehrkameraden seien sehr positiv verlaufen. So wurden für Firmen Feuerlöschtrainings, Mitarbeiterschulungen, Unterstützung von Brandschutzkonzepten und Vorbesprechungen zu Brandsicherheitswachen angeboten. Darüber hinaus konnten für die Kameraden Stellen im Bundesfreiwilligen dienst, Informationen über Stellenausschreibungen bis hin zu Bewerbungsgesprächen erreicht werden. Zudem wurde das Angebot eines Fitnessstudios für Angehörige der Feuerwehr ausgebaut und ihnen das kostenfreie Baden im Freibad "Am Thie" ermöglicht.

Kritisch merkte Beck die Streichung von bereits genehmigtem Geld aus dem städtischen Haushalt und die mehrjährige Verschiebung von dringend benötigten Anschaffungen an. Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) verwies beim Thema Fahrzeugbeschaffung auf die jüngst im Stadtrat verbschiedete Risikoanalyse für das gesamte Stadtgebiet. "An der halten wir fest", erklärte er. Zudem appellierte er an alle Kameraden, zusammenzuhalten und sich auch trotz unterschiedlicher Auffassungen zusammenzuraufen.

Das Stadtoberhaupt dankte allen Mitgliedern - unter ihnen auch Vertreter der anderen Ortswehren der Stadt sowie der Partnerwehren aus Arnum und Rautheim - für ihr Engagement. Gerade der Giftalarm zu Jahresbeginn im Regenstein habe gezeigt, was es heißt, Entscheidungen treffen zu müssen und dafür auch "den Kopf hinzuhalten". Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass vieles in der Stadt nicht möglich wäre, wenn die Feuerwehr nicht helfe. Diesen Worten schloss sich auch Alexander Beck an. "Ich möchte hier klar sagen, wie gut die Zusammenarbeit im Krisenstab war und wie stolz ich auf die Kameraden aber auch den Bürgermeister bin."

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