Gute Nachrichten für Spaziergänger im Wernigeröder Wildpark: Die Autofahrer, die den Privatweg heimlich nutzten, sind dort nicht mehr unterwegs. Für Wildpark-Vize Frank Lüddecke ist klar: "Das verdanken wir den Bildern des Kinderateliers Harz."

Von Julia Bruns

Wernigerode l Autofahrer, die den Privatweg im Wernige- röder Wildpark "Christianental" hochrasen, Ältere und Kinder frech zur Seite drängen - diese Bilder gehören der Vergangenheit an. Seitdem die Kinderakademie Harz 14 Bilder zum Thema Verkehrsberuhigung und Tierschutz gemalt hat, die an das Gewissen der Autofahrer appellieren, trauen sich die Raser nicht mehr ins Christianental.

"Das Problem hat sich erledigt, seitdem die Bilder am Weg angebracht wurden", bestätigt Frank Lüddecke gegenüber Volksstimme. "Dreiste Autofahrer, die sich trotzdem trauen, werden von den Wernigerödern mit bösen Blicken und mahnenden Worten abgestraft." Der Vize des Wildpark-Fördervereins hat nicht nur wegen der gelungenen Verkehrsberuhigung Grund zum Feiern. "Wir können schon jetzt von einem Besucherrekord in diesem Quartal sprechen." Der milde Winter und der sonnige März hätten viele Familien in den Park gelockt. "Besonders an den Wochenenden ist das Gelände voller Besucher."

Was sich Frank Lüddecke wünschen würde - eine entsprechend des Andrangs gefüllte Kasse des Vertrauens. "Sehr viele Menschen nutzen unser Angebot, ohne den Eintrittspreis zu entrichten", kritisiert er. "Ich habe beobachtet, dass sich oft diejenigen an der Kasse vorbeischleichen, die es sich - ihrem Auftreten nach zu urteilen - normalerweise leisten können müssten." Von dem Eintritts-Erlös finanziert der Förderverein verschiedene Projekte im Gehege - auf Spenden ist der Verein dennoch angewiesen.

Für 9000 Euro wurden jüngst 90 Meter Mattenzaun vom unteren Teich bis zur Futterküche gezogen. Das Geld stammt zur Hälfte von Lotto Sachsen-Anhalt. Der Förderverein und die Stadtverwaltung teilen sich die restlichen Kosten. "Der alte Holzjägerzaun war über 30Jahre Wind und Wetter ausgesetzt. Er war so desolat, dass die Abgrenzung zum Teich nicht mehr gewährleistet werden konnte", sagt Lüddecke.

Was ist noch neu im Wildpark? Drei Informationstafeln über Findeltiere, den Unterschied zwischen Rotwild und Damwild und über Lurche ergänzen seit Kurzem den Rundgang. "Uns erreichen immer wieder Menschen, die Rehkitze im Wald gefunden haben, sie für verwaist halten und sie fälschlicherweise mitnehmen wollen, um ihnen zu helfen. Mit den Tafeln möchten wir erklären, wie man sich richtig verhält." In der Regel gelte: Nicht das Junge berühren, denn die Mutterricke liegt in den meisten Fällen versteckt ganz in der Nähe ihres Kitzes.

Noch vor dem Wildparkfest am 11. Mai, dem Muttertag, soll sich für die Meerschweinchen eine ganz neue Welt eröffnen. "Wir bauen ein Außengelände mit einer Klappe zum Käfig." Blickfang werde ein "Nunu"-Baum. "Kinder können ihre Schnuller bei uns abgeben, wenn sie nicht mehr nuckeln möchten", erklärt Lüddecke, der die Idee dazu hatte. Die Nuckel werden dann an den zwei bis drei Meter hohen Baum im Meerschweinchen-Gehege angebracht. "Und wenn die Sehnsucht nach dem Schnuller groß ist, können die Kinder in den Wildpark kommen, um ihren Nunu zu besuchen." Der Wildpark wird im Oktober 40 Jahre alt. "Wir werden das mit dem Förderverein in einer festlichen Mitgliederversammlung feiern", so Lüddecke.

Zunächst stehe der Frühjahrsputz am Sonnabend, 12. April, ab 9 Uhr an. "Und am Ostersonntag, 20. April, laden wir wieder alle Eltern und Kinder zur Ostereiersuche auf der Wildpark-Wiese ein."

 

Bilder