Erstmals hat die Vereinigte Volksbank Wernigerode 35 ausgewählte Gäste zu einem Charity-Abend geladen. Dr. Rüdiger Kleinschmidt hat bei der Benefizveranstaltung über sein Engagement im Attat-Hospital in Äthiopien berichtet.

Wernigerode l Eigentlich ist Rüdiger Kleinschmidt seit neun Jahren Rentner. Noch immer aber ist der ehemalige Chefarzt in seinem alten Wirkungskreis aktiv. "Rund zehn Dienste pro Monat übernehme ich im Harzklinikum in Wernigerode", so der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Einmal im Jahr reist Kleinschmidt zudem nach Äthiopien. Hier hilft er seit neun Jahren den Ärmsten der Armen. Das Attat-Hospital, rund 170 Kilometer südwestlich von Addis Abeba, wird seit nahezu 50 Jahren von einem katholischen Orden betrieben. Ein Schwerpunkt der Klinik ist die Geburtshilfe.

"Das Krankenhaus liegt in einer der ärmsten Regionen Äthiopiens", berichtet Kleinschmidt. "Den Menschen fehlt es dort an vielem, die medizinische Versorgung ist schlecht." Die Müttersterblichkeit und die der Kinder sei hoch in dem ostafrikanischen Land. "Im Einzugsgebiet des Attat-Hospitals gibt es deutlich weniger sterbende Frauen und Kinder", resümiert der ehemalige Chefarzt.

Für rund vier bis sechs Wochen fährt er jedes Jahr zu Hilfseinsätzen in die Klinik im äthiopischen Gurageland. Kleinschmidt: "Meine eigene Lebenseinstellung hat sich durch die Erfahrungen in Äthiopien geändert, vieles relativiert sich." Der 74-Jährige sagt, dass die Situation in Ostafrika und die Dankbarkeit der Menschen für ihn eine besondere Motivation sei, um als Arzt zu arbeiten.

Von seinen Erlebnissen berichtet der Wernigeröder Arzt auch in seiner Heimat - wie bei dem Charityabend der Vereinigten Volksbank Wernigerode - natürlich auch, um Geld für den guten Zweck zu sammeln. Mehr als 3000 Euro Spendengelder kamen bei der Wohltätigkeitsaktion zusammen. "Mit dem Geld können im Attat-Hospital in Äthiopien Medikamente und Materialien für rund ein Jahr finanziert werden", zeigt sich Rüdiger Kleinschmidt mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden.

Hans-Heinrich Haase-Fricke, Vorstandssprecher der Vereinigten Volksbank, betont, dass er über den Erfolg des ersten Charity-Abends der Bank erfreut sei. "Es wird bestimmt eine Fortsetzung einer solchen Veranstaltung geben", sagt Haase-Fricke, der auch den Impuls zu dem Abend gab. "Mich hat das Engagement von Dr. Kleinschmidt sehr berührt. Ich dachte, da müssen wir auch als Bank einfach unterstützen und helfen, Elend und Leid zu mildern."

Mehr Infos über das Attat-Hospital auch unter gibt es im Internet unter www.attat-hospital.de.

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