Die Stiftung Umwelt-, Natur- und Klimaschutz (SUNK) hat mit Stadtverwaltung und Hochschule Harz eine Koopertionsvereinbarung geschlossen. Sie sieht vor, die Waldentwicklung rund um Blankenburg nachhaltig unter Naturschutzbelangen zu entwickeln.

Blankenburg (jmü) l Die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) will ihren Wald rund um Blankenburg in den nächsten Jahrzehnten naturschutzrechtlich, fachlich und ökologisch weiterentwickeln. Die rund 2200Hektar große Waldfläche war der Stiftung vom Bund übertragen worden. Seit Februar dieses Jahres ist die Flächenübertragung in dem weitgehend zusammenhängenden Waldgebiet rund um das Blankenburger Schloss abgeschlossen.

Der Stiftungswald soll entsprechend den Vorgaben des Nationalen Naturerbes ent-wickelt werden - mit breiter Unterstützung des Landesforstbetriebs, der Hochschule Harz und der Stadtverwaltung in Blankenburg. Die drei Partner unterzeichneten im Rathaussaal entsprechende Kooperationsverträge. Außerdem informierten alle Beteiligten die interessierten Gäste über die Vorhaben im Wald.

Als Nationales Naturerbe werden Flächen in Deutschland bezeichnet, die als dauerhafte Naturschutzflächen gesichert werden. "Wir lassen hier keinen neuen Urwald oder ein Totalreservat entstehen", sagte der Stiftungsvorsitzende Jürgen Stadelmann (CDU).

Aktuell werde gemeinsam mit den Partnern ein Konzept für das Areal erarbeitet, bei dem es sich zum größten Teil um den ehemaligen Wirtschaftswald des Blankenburger Schlosses handelt. "Der Wald ist in der Vergangenheit kaum bis gar nicht entwickelt worden", beschrieb Stadelmann den Ist-Zustand. "Es ist nun unsere verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe, den Wald umsichtig und fachlich richtig zu behandeln."

Geschehen soll das vor allem mit Hilfe des Landesforstbetriebs. In wenigen Wochen werde die Stiftung einen eigenen Förster einstellen. Die neue Personalie werde in den Landesforstbetrieb integriert und durch ihn fachlich geleitet.

"2200Hektar sind eine enorme Waldfläche, die in diesem besonderen Fall auch noch fast ohne Lücken ist", sagte Betriebsleiter Bernd Dost. "Wir behandeln den Stiftungswald künftig wie ein eigenes Revier." Wie er betonte, werden keine wirtschaftlichen Ziele verfolgt. "Es geht nicht um Erträge, sondern um ein neues Waldmanagement. Hier geht es um Naturschutz." Forstlich werde sich noch in diesem Jahr etwas tun, kündigte Dost an. Für die Zukunft wagt der Fachmann eine Prognose: "Der Wald soll sich immer weniger durch menschliches Zutun entwickeln." Dies werde seiner Meinung nach "zwei bis drei Jahrzehnte" dauern.

Blankenburgs Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU)prophezeite der Stiftung eine Sisyphusarbeit. "Wer einmal durch den Wald gegangen ist, der sieht genau, welche großen Aufgaben da warten", sagte das Stadtoberhaupt. Blankenburg werde alle Vorhaben so gut es geht unterstützen. Noll zeigte sich vom Erfolg überzeugt. Deshalb werde die Stadt "den langen Weg mitgehen".

Um die Belange der Harz-Touristen nicht außer Acht zu lassen, nahm die Stiftung die touristisch versierte Hochschule Harz mit ins Boot. Für Rektor Armin Willingmann steht in diesem Fall die Nachhaltigkeit im Fokus. "Dieses Thema hat längst den Tourismussektor erreicht. Die touristischen Erwartungshaltungen, die an das Waldgebiet geknüpft sind, sind nicht unberechtigt", sagte er.