Im Ilsenburger Ortsteil Drübeck herrscht große Aufregung. Um die Weihnachtsfeiertage herum wurde der Ort mehrfach von einem Dieb heimgesucht. Unter anderem wurden sogar drei Bleche Kuchen entwendet.

Drübeck. Ein Bewohner der Schulstraße, der Name liegt der Redaktion vor, bereitete sich am Vormittag des 22. Dezember auf seine Schicht vor. Plötzlich vernahm er aus dem Eingangsbereich seines Hauses Geräusche. Er ging der Sache nach und entdeckte einen fremden Mann, der bereits im Vorbau des Hauses stand. Der Drübecker stellte den Fremden zur Rede. Dieser antwortete, dass er das Kloster besucht habe und nun die Bushaltestelle suche. Der Hausbesitzer erläuterte ihm den Weg und fuhr zur Arbeit. Noch im Ort informierte er eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife. Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, dass der Drübecker offenbar einem Seriendieb gegenüber gestanden hatte. Dies ergab sich erst später durch Gespräche im Ort.

Bereits tags zuvor wurden Wertgegenstände aus einem Wohnhaus im Steinweg gestohlen - und das, obwohl der Eigentümer höchstwahrscheinlich daheim war. Aus dem Hausflur wurden eine Jacke mit Portemonnaie und sämtlichen Papieren, ein Navigationsgerät sowie ein Mobiltelefon entwendet. Schaden - mehrere hundert Euro. Der Diebstahl wurde vermutlich erst einen Tag später bemerkt.

Am 24. bzw. 25. Dezember erwischte es den Nächsten. Ein Mann aus der Hauptstraße beging während der Weihnachtsfeiertage seinen 60. Geburtstag. Die Gästeschar sollte groß werden, entsprechend viel hatte er eingekauft. Da er aber nicht alles im Wohnhaus lagern konnte, wurde ein Nebengelass des Grundstücks zum Lagerraum umfunktioniert. Groß war der Schock, als der Mann am 1. Weihnachtsfeiertag feststellte, dass drei große Kuchenbleche, eine Torte und zwei Kartons Sekt fehlten.

Was hingegen nicht fehlte, waren Schuhspuren des vermeintlichen Diebes. Die führten in beiden Fällen rund um das jeweilige Haus. Nachdem sich die beiden Diebstähle im Ort herumgesprochen hatten, untersuchten viele Drübecker ihre Grundstücke nach ebensolchen Spuren. Nicht wenige wurden fündig, und in keinem Fall stammten die Spuren vom ums Haus stapfenden Weihnachtsmann. In den meisten Fällen wurde allerdings nichts entwendet, denn die Türen waren abgeschlossen. Bedauerlich für die Polizei war, dass sich nach dem Tauwetter nach Weihnachten diese Spuren nicht mehr als Beweismittel sichern ließen.

Im Wernigeröder Revierkommissariat gehen die Beamten den Diebstählen nach. Die Arbeit wird allerdings dadurch erschwert, dass nur ein Diebstahl angezeigt wurde. Den Ermittlern fehlen dadurch wichtige Hinweise.

"Jeder sollte sein Eigentum besser schützen"

Seit dem Ende des Weihnachtsfestes gibt es offenbar auch keine neuen Fälle mehr. "Es sieht so aus, dass der Täter weiter gezogen ist", vermutet Kriminalrat Andreas Haberlag, Leiter der Wernigeröder Kripo. Er verwies darauf, dass es für die Beamten hilfreich sei, wenn alle Diebstähle angezeigt werden würden. "Es ist nicht selten, dass wir Täter ermitteln, die uns dann Diebesgut präsentieren, das wir keiner angezeigten Straftat zuordnen können. Auch sollte jeder die Sicherheit seines eigenen Hauses überdenken, denn gerade in kleineren Orten ist es nicht unüblich, dass Türen unverschlossen sind. So etwas kann mehrere Jahre lang gut gehen, meist aber so lange, bis der Falsche vorbeikommt", erklärte der Fachmann.

Die Drübecker können bei der Aufklärung aber immer noch helfen. Irgendwo müssen ja die Kuchenbleche und vielleicht auch die Personaldokumente des Mannes aus dem Steinweg geblieben sein. Wer also bei der zu erwartenden Schneeschmelze etwas findet - sollte bitte sofort die Polizei verständigen.

"Und es ist wichtig, dass sich keiner schämt, weil er einen Fehler gemacht hat und deshalb bestohlen wurde. So etwas kann jedem passieren", fügte Andreas Haberlag abschließend hinzu. Der Kriminalist hofft, dass die Diebstähle von Drübeck die Bürger für mehr eigene Sicherheit sensibilisieren und ab heute mehr Haustüren zugeschlossen werden.

Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben:

- etwa 55 Jahre alt

- 170 - 175 cm groß, schlank

- dunkle Bekleidung mit Basecap und Kapuze

- auffallend starke Brille Hinweise nimmt die Polizei unter (0 39 43) 65 30 entgegen.

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