Dank des milden Winters liegen die Bauarbeiten am Parkhaus in Schierke im Plan. Derzeit wird das Stahlgerüst montiert. Das Bauteil für die Fußgängerbrücke wird im Juni geliefert. Die Ortsumgehungsstraße soll im August eingeweiht werden.

Schierke l Nadelbäume umsäumen die Lichtung, die Bode bahnt sich leise plätschernd ihren Weg. Doch die Idylle trügt. Mitten im Wald, am Dorfrand von Schierke, wird für fast 13 Millionen Euro ein Parkhaus mit 715 Stellplätzen samt Plaza und Fußgängerbrücke gebaut. Ab Ende November sollen Touristenscharen von hier aus zum Wandern, Radfahren oder Skilaufen in die Schierker Umgebung starten können. So sieht es das Entwicklungskonzept für den Wernigeröder Ortsteil vor.

Seit dem Baustart im Oktober habe sich viel getan, sagt Frank Beimel vom städtischen Hochbauamt. "Dank des milden Winters konnten wir durcharbeiten - bis auf eine zweiwöchige Pause." Der Umfang des 80 mal 80 Meter großen Bauwerks ist inzwischen mehr als deutlich zu erahnen. "Das Fundament ist fertiggestellt, Zisternen und Luftschächte sind betoniert, die Treppenhäuser stehen", informiert Beimel. Derzeit werde das Stahlgerippe des Gebäudes montiert. "Bis Ende Mai wollen wir damit fertig sein." Was darauf folge, werde "spektakulär". Anfang Juni soll das 40 Meter lange Bauteil für die Fußgängerbrücke geliefert werden. Ein Kran wird das tonnenschwere Element auf die Pfeiler setzen.

Auch an der Sandbrinkstraße schreiten die Arbeiten voran. Der einstige Forstweg wird für sieben Millionen Euro zur Ortsumgehung ausgebaut und soll später die Schierke-Arena mit dem Parkhaus verbinden. "Wir liegen im Plan", sagt Bauüberwacher Steffen Hartmann. Der 1,7 Kilometer lange Straßenabschnitt wurde auf durchgängig 5,50 Meter verbreitert. Dafür mussten mächtige Steinblöcke abgetragen werden. Der Hang wird inzwischen durch einen Betonmantel gestützt, der zum Teil mit Granitquadern verkleidet ist. Zur Uferseite der Bode hin wurden an einigen Stellen Stützwände gesetzt. In den nächsten Wochen sollen die Bordkanten verlegt, die Buchten für die Bushaltestellen gepflastert sowie die Fahrbahn asphaltiert werden, kündigt Hartmann an. "Mitte August wollen wir die Straße einweihen."

Frank Beimel und Steffen Hartmann sind zuversichtlich, dass sie ihre Termine einhalten. Am Parkhaus und an der Sandbrinkstraße werde unter der Woche täglich von 7 bis 17 Uhr gearbeitet. "Hin und wieder fangen wir um 6 Uhr morgens an oder schieben eine Sonnabendschicht ein", so Hartmann. Aber nur dann, wenn es technologisch nicht anders möglich sei. "Für die Lärmbelästigung bitten wir die Anwohner um Verständnis."

Nahezu lautlos arbeiteten dagegen die Mitglieder des Anglervereins Elbingerode. Am Sonnabend fischten sie 153 Bachforellen aus der Bode und versetzten sie in ein anderes Gewässer, informiert Ludger Heinze vom Verein. Die Aktion nahe des Eisstadions war notwendig, weil an dieser Stelle im Uferbereich eine Stützwand errichtet werden soll.

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