In der Darlingeröder Sandtalhalle wurde am Dienstagabend Verbandsgeschichte geschrieben. Die ehemaligen Kreisgremien Wernigerode und Halberstadt schlossen sich zum neuen Kreisfeuerwehrverband Harz zusammen. Gleichzeitig wählten sie einen Übergangsvorstand und reichten symbolisch den Quedlinburgern die Hand.

Von Claudia Stenschke

Darlingerode. Die Delegiertenversammlung am Dienstagabend in der Sandtalhalle in Darlingerode war der zweite Anlauf, um die Feuerwehrkreisverbände Wernigerode und Halberstadt zu vereinen (Volksstimme berichtete).

Dank der Mehrheit an Delegierten aus beiden Gremien, war die Versammlung diesmal beschlussfähig. Mit Erfolg wurde der neue Kreisfeuerwehrverband Harz ins Leben gerufen und mit Ulrike Günther von der Freiwilligen Feuerwehr Stötterlingen (bei Osterwieck) eine Frau an die Spitze gewählt.

Mit Ulrike Günther – Frau an Spitze gewählt

Doch zunächst folgten die rund 160 Kameradinnen und Kameraden dem manchmal sehr "bürokratisch" erscheinenden Prozedere. Die beiden Verbandsvorsitzenden – Kai-Uwe Lohse für Wernigerode und Frank Kenzig für Halberstadt – bedankten sich in ihren Berichten für die jahrelange Arbeit ihrer Vorstände. Lohse, auch als Kreisbrandmeister des Harzkreises anwesend, machte deutlich, dass es ohne einen schlagkräftigen Feuerwehrverband nicht geht. "Mit bis dato drei Verbänden wird man auf Kreis- und Landesebene nicht wahrgenommen." Außerdem appellierte er an die Anwesenden, dass die Mitglieder vieler Wehren ihr "Feuerwehrdenken" wieder finden müssten. Niemand wolle Gerätehäuser schließen, so Lohse weiter und betonte: "Aber Feuerwehren, die neben den Problemen wie leere Haushaltskassen auch intern nicht mehr "Feuerwehr sind", laufen Gefahr, früher oder später geschlossen zu werden. Der Kreisbrandmeister wünsche sich mit dem neuen Kreisfeuerwehrverband Harz eine gute Zusammenarbeit, und auch: "dass der neue Vorstand Einigkeit zeigt und lebt".

Im Anschluss an die umfassende Berichterstattung über die Arbeit der beiden alten Verbände wurde in einer offenen Wahl mehrheitlich für den Zusammenschluss gestimmt. Diese Wahl richteten die Delegierten der Wernigeröder und Halberstädter Kreisverbände getrennt aus. Damit zur Fusionsversammlung alles mit rechten Dingen zuging, war die eigentlich wichtigste Person der Veranstaltung die Notarin Marianne Lösler. Die Wernigeröderin protokollierte und überwachte genau den Ablauf, sie las den Brandschützern den Fusionsvertrag und später auch den Satzungsvorschlag des neuen Kreisfeuerwehrverbandes Harz vor.

Bislang keine Signale aus Quedlinburg

Laut diesem Satzungspapier steht der neue Verband auch den Feuerwehren im Altkreis Quedlinburg offen. Betont wurde, dass demnach die Fusion der Halberstädter und Wernigeröder keine Abweisung gegenüber dem dritten Feuerwehrverband im Harzkreis sei. Die Quedlinburger hatten jedoch bislang keine positiven Signale gegeben, bei dem Zusammenschluss mitzuwirken.

Anders die anderen beiden alten Kreisverbände, die nach dem Fusionsbeschluss in Darlingerode gleichzeitig noch einen sogenannten Übergangsvorstand wählten. Dieser übernimmt nun alle Dienst- und Amtsgeschäfte, bis auf der nächsten Delegiertenversammlung ein neuer und kompletter Vorstand gewählt wird. Dazu rief Werner Greif noch einmal alle Anwesenden auf, in ihren Wehren zu fragen, ob sich dort Mitglieder finden, die in dem neuen Vorstandsgremium tatkräftig mitwirken möchten. Greif: "Wir sind jetzt ein großer Feuerwehrverband, der auch eine breite und arbeitsfähige Spitze braucht."

"Kind" soll erst einmal Laufen lernen

Werner Greif von der Freiwilligen Feuerwehr Cattenstedt ist neben Marcel Fischer (FF Halberstadt) einer der Stellvertreter, der der Vorsitzenden Ulrike Günther zur Seite steht. Sie bedankte sich zum Abschluss der fast dreistündigen Veranstaltung bei allen Anwesenden für ihr Erscheinen und den Willen, "den Weg für einen neuen und hoffentlich schlagkräftig werdenden Kreisfeuerwehrverband Harz zu ebnen". Weiter bedankte sie sich bei den ehemaligen Vorstandsmitgliedern der beiden Feuerwehrverbände für die jahrelange und unermüdliche Arbeit. Auch für die seit einem Jahr sehr mühsame Vorbereitung der Fusion. Ulrike Günther: "Lassen wir nun das Kind erst einmal Laufen lernen." Übrigens

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