Mittwochnacht gegen 23.40 Uhr. Sirenengeheul zerreißt das verschlafene Hasselfelde. In der Kurzen Straße schlagen Flammen aus einem Haus. Ein aufmerksamer Nachbar alarmiert die Feuerwehr und rettet seine Nachbarn.

Hasselfelde. Daniel Hübner wohnt in der Kurzen Straße in Hasselfelde. Der junge Mann saß Mittwoch kurz vor Mitternacht mit ein paar Freunden in seiner Wohnung zusammen. Er wollte mit seinem Handy ein Gespräch führen, bekam aber keine richtige Verbindung. Also ging er in die Küche, weil dort der Empfang besser ist.

Im Küchenfenster spiegelte sich plötzlich Flammenschein. Hübner schaute nach und sah Flammen aus dem Nachbarhaus lodern. "Ich alarmierte meine Freunde und rief sofort die Feuerwehr an", so der junge Mann. Anschließend sei er zum Hintereingang des Nachbarhauses gelaufen, über das verschlossene Hoftor gehechtet und habe seinen 66-jährigen Nachbarn hilflos in der hinteren Haustür entdeckt. Dicht neben dem Rentner schlugen die Flammen aus einem Fenster. Der ältere Mann wollte zurück und seinen Bruder und dessen Frau verständigen, die im Obergeschoss wohnen. Hübner packte den verwirrten Mann und brachte ihn in Sicherheit.

Dann schlug er selbst bei dem Ehepaar Alarm. "Die beiden sind erst durch meinen Lärm wach geworden und so höchstwahrscheinlich einer gefährlichen Rauchvergiftung entgangen", so Hübner. Was dabei passieren kann, zeigte der jüngste Wohnungsbrand in Wasserleben, bei dem ein Rentner sein Leben verlor (wir berichteten).

Kurz daraufkamen die ersten Löschtrupps an und nahmen sich der Flammen an. Die Menschen im Haus waren inzwischen gerettet. Der Wohnungsinhaber konnte das Haus nicht mehr durch den Vorderausgang verlassen. Weitere Nachbarn schaufelten ihn buchstäblich aus dem einen halben Meter hoch liegenden Schnee frei. Der 66-Jährige wurde mit Rauchvergiftungen in ein Krankenhaus gebracht.

Kurz nach Daniel Hübners Alarm gingen weitere Notrufe in der Rettungsleitstelle ein. Dabei muss auch von einer vermissten Person die Rede gewesen sein. Die Zentrale verständigte deshalb neben den Hasselfeldern auch noch die Wehren aus Trautenstein, Stiege, Benneckenstein, Tanne/Sorge und Elbingerode. "16 Fahrzeuge mit über 100 Brandschützern fuhren zum Brandort. Die meisten Kräfte wurden allerdings nicht benötigt, denn die ersten Trupps hatten die Flammen binnen einer halben Stunden gelöscht", berichtete Hasselfeldes Feuerwehr-Chef Raymond Rieche.

Beim Löschen stießen die Kameradinnen und Kameraden auf größere Mengen Bargeld. Darüber wurde die Polizei verständigt, die die überwiegend schon angesengten Scheine sicherstellte. Nach Schätzungen könnte es sich um etwa 10 000 Euro in bar handeln. Genauso hoch wurde übrigens der Sachschaden geschätzt. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden aufgenommen. Ein Spezialist wird heute die Wohnung des Rentners genauer untersuchen.

 

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