Der Fahrstuhl am Wernigeröder Bahnhof ist am Mittwoch im Auftrag der Deutschen Bahn repariert worden. Vor vier Monaten war das Steuerungssystem des Aufzugs von Unbekannten zerstört worden.

Wernigerode l Die Deutsche Bahn hat auf die Volksstimme-Berichterstattung über den defekten Fahrstuhl am Gleis 1 auf dem Wernigeröder Bahnhof reagiert: Der Aufzug ist am Mittwoch spontan wieder instand gesetzt worden.

Deutsche Bahn-Mitarbeiter Horst Seidel und Thomas Schindler von einer Firma für Aufzugsbau hatten am Mittwochmorgen den Auftrag erhalten, den defekten Lift in Wernigerode zu reparieren. Bereits am Nachmittag konnte Seidel der Zentrale melden, dass der Aufzug wieder funktioniert.

Er spricht von einem schlimmen Fall von Vandalismus, bei dem die Fahrstuhl-Technik am 24. Januar so schwer zerstört worden war, dass er außer Betrieb genommen werden musste. "Der Schaltschrank wurde mehrmals in Folge aufgebrochen, es wurden diverse Ersatzteile gestohlen, darunter auch eine Überwachungskamera und Steuerungsplatinen", sagt Horst Seidel der Volksstimme.

Wieviel die Reparatur seinem Arbeitgeber koste, das dürfe er nicht sagen. "Aber so eine Platine gibt es nicht für 1,50 Euro", so der Fachmann. Ergebnisse mutwilliger Zerstörung sehe er tagtäglich, denn Horst Seidel ist für alle Aufzüge der Deutschen Bahn in Sachsen-Anhalt zuständig. "Wir haben jetzt noch extra Schlösser an den Schaltschrank montiert", sagt er.

Die Wachsamkeit der Wernigeröder könne aber kein Vorhängeschloss ersetzen. "Viele nutzen den Bahnhof in Wernigerode als Durchgang. Hier sind nicht nur Bahnreisende und Touristen unterwegs", vermutet er. Falls ein Passant einen Schaden bemerkt, könne er direkt über den Notruf-Knopf im Fahrstuhl Kontakt zu der Zentrale in Halle aufnehmen, rät Seidel.

Der Fahrstuhl werde vor allem von Radfahrern genutzt, die aus Richtung Seigerhüttenweg oder Harzblick über das nördliche Areal des Bahnhofes an der Feldstraße in die Innenstadt gelangen wollen. Entlang der Feldstraße wurden im Dezember 2008 ein Fußgängertunnel sowie ein moderner Großparkplatz eröffnet.

Um von Gleis 1 auf Gleis 2 zu gelangen, werde der Fahrstuhl so gut wie nie genutzt. Der Grund: Von Gleis 2 fahren seit etwa zwei Jahren keine Personenzüge mehr. Nur noch Güterzüge würden dort entlang geleitet, so die Bahn-Mitarbeiter.

Der Wernigeröder Peter Lehmann hatte sich wegen des defekten Fahrstuhls an die Volksstimme-Redaktion gewandt. "Kein Kinderwagentransport, kein Fahrrad, schweres Gepäck oder gar Behinderter kommt vom Eingang Nord durch den Tunnel auf den Bahnsteig 1 oder von dort in den Tunnel zum Nordausgang", schrieb er.

Die Bahn-Pressestelle hatte gegenüber der Volksstimme zwischenzeitlich erklärt, dass "die Reparatur sofort beauftragt" wurde. Weiter heißt es in dem Schreiben: "Aufgrund der langen Lieferfristen für die vielen Ersatzteile ist ein Termin für die Instandsetzung noch nicht einzuschätzen, was wir sehr bedauern." Gehbehinderten Menschen hatte die Bahn empfohlen, die Hilfe ihrer "Mobilitätsservice-Zentrale" unter der Telefon (0180)6512512 zu nutzen.