Das ehemalige Jugendklubhaus und spätere Schützenhaus an der Blankenburger Friedensstraße soll aus seinem Winterschlaf erweckt werden. Die Gastronomen Andreas und Alex Vogt haben es übernommen.

Blankenburg l Das einstige "Schützenhaus" in der Friedensstraße hat einen neuen Eigentümer und wird zurzeit komplett renoviert. In Kürze sollen Blankenburger aller Altersgruppen mit einem neuen Konzept angelockt werden. Dabei, so Investor Andreas Vogt und Ehefrau Alex, soll auch an die Zeit angeknüpft werden, als das Gebäudes mit seinem Veranstaltungssaal als Jugendklubhaus genutzt wurde.

Als Vereinshaus der Blankenburger Schützengesellschaft war das Gebäude zuletzt kaum noch zu erhalten. Die Mitgliederzahl der aktiven Schützen war mehr und mehr geschrumpft, das Interesse der Blankenburger am Vereinsleben tendierte gegen Null. Schon lange gab es keine Umzüge oder größeren Feste mehr. Nur noch einige wenige trafen sich in der verbliebenen Schießanlage im Obergeschoss.

Kurt Kipper, heute noch immer Ortsbürgermeister in Güntersberge, war gegen Ende der 1960er Jahre Leiter im "Klubhaus der Jugend", wo an jedem Wochenende und auch an mehreren Wochentagen Veranstaltungen für Blankenburgs Jugend stattfanden. Dort gab es auch die ersten Discos in der Stadt. Zugleich wurden von hier aus die Jugendtanzveranstaltungen im Saal der Gaststätte "Erholung" und im großen Speisesaal des FEW organisiert.

Kurt Kipper hatte mit Josef Begener aus der Nachbarschaft und einigen weiteren Helfern in den Garagen neben dem Haupthaus eine "Feierabendbrigade", die vor allem die Zentralheizung im Haus und die Heizungen bei vielen anderen Blankenburgern in Betrieb hielt. Später wurden Volker Tiebe, Günter Nöll und Wolfgang Schönebaum hier Klubhausleiter. Unter ihrer Leitung entstand zwar der Aufbau über den Garagen (später "Schützenklause"), sie konnten jedoch nicht verhindern, dass die Zufahrt zum Garten, wo sich einst die Schießanlage befand, für das Haus verloren ging.

Nach der Wende folgte zunächst eine Blütezeit für den Schützenverein und dessen Haus. Jene Blüten verwelkten jedoch schon bald. Nun soll es ein "Frühlingserwachen" geben. Die Pläne wecken Hoffnung, denn neben dem Saalbetrieb und einem Catering versorgt die Küche des Hauses auch noch drei "Ritterkeller" in Blankenburg, Quedlinburg und Halberstadt bei deren Veranstaltungen.

Einen frischen Farbanstrich haben die Außenfassaden der beiden Gebäude in der Friedensstraße bereits erhalten. Nun bleibt abzuwarten, wie die Blankenburger das neue Veranstaltungshaus annehmen werden, wenn auch der Saal mit der Bar und den anderen Räumlichkeiten renoviert ist.

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