Seit 100 Jahren wird auf dem Areal der Grovesmühle bei Veckenstedt die Jugend betreut. An die wechselvolle Geschichte ist gestern mit einem Festakt erinnert worden.

Von Jörg Niemann

Veckenstedt l Der Reformpädagoge Hermann Lietz (1868-1919) gilt als "Vater" der Grovesmühle. Am 28. April 1914 nahm in der einstigen Papiermühle vor den Toren des Dorfes Veckenstedt ein von ihm gegründetes Landwaisenheim für Jungen seine Arbeit auf. Erster Schulleiter war Theo Zollmann, der bis 1934 das Haus leitete und dann von den Nazis aus dem Amt gedrängt wurde. Bis kurz nach der Gründung der DDR wurde das Haus in vielfältiger Form weiterbetrieben, später wurde es die Polytechnische Oberschule Veckenstedt. Kurz vor dem Fall der Mauer stand die Grovesmühle ganz leer, denn die Veckenstedter Schule war in einen Neubau im Ort gezogen.

An all diese Fakten erinnerte der heutige Schulleiter Rolf Warnecke während eines Festaktes aus Anlass des Jubiläums. Sehr persönlich fiel die Schilderung seines ersten Besuches auf dem damals noch geschlossenen Schulareal aus, den er gemeinsam mit dem Schuleigner Gert-Ulrich Buurman unternahm. Anfang der 90-er Jahre stand die Mühle schon einige Zeit leer und begann zu zerfallen. Buurman als Visionär und Investor und Warnecke als pädagogischer Leiter haben es in den Jahren geschafft, aus einer fast Bauruine eine weit über die Landesgrenzen hinaus angesehene Schule zu formen.

Gert-Ulrich Buurman war es nicht vergönnt, den 100. Geburtstag der Grovesmühle mitzufeiern. Er verstarb vor etwas mehr als einem Jahr. In Erinnerung an sein Wirken ist das im Vorjahr fertiggestellte neue Schulgebäude auf den Namen "Gert-Ulrich Buurman-Haus" getauft worden.

Und auch an den ersten Schulleiter soll es in Kürze eine dauerhafte Erinnerung geben: Die bisherige Grobestraße wird auf Beschluss des Gemeinderates in Theo-Zollmann-Weg umbenannt.

Nach dem Festakt folgte für die etwa 100 Gäste eine Führung über das Schulgelände. An einzelnen Stationen wurde die Schulgeschichte durch die Schüler wiederbelebt.