10,25 Euro pro Jahr verlangt der Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode für die Abrechnung des verbrauchten Gießwassers. Der Wernigeröder Jörgen Huch hat eine Idee zur Reduzierung des bürokratischen Aufwands - mit der er beim Entsorger abblitzt.

Von Julia Bruns

Wernigerode l Der Streit um die Abrechnung des im Garten verbrauchten Gießwassers in Wernigerode geht in die nächste Runde. Als "ein Ärgernis" empfindet Jörgen Huch eine Gebühr von 10,25Euro, die der Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode (WAHB) seit einem Jahr für die Abrechnung des Gießwassers und den damit verbundenen bürokratischen Aufwand verlangt.

Ginge es nach dem Wernigeröder Gartenbesitzer, sollte die Gebühr gänzlich wegfallen: "Die Stadtwerke-Mitarbeiter, die die Minderungszähler einmal im Jahr kontrollieren und den Zählerstand ablesen, könnten dem Abwasserverband einfach die endgültige Schmutzwassermenge mitteilen." Das trage zur Entlastung des WAHB bei und würde die Gebühr hinfällig werden lassen. Huch: "Eine extra Protokollierung des Gießwassers seitens des Abwasserverbands ist nicht notwendig."

Im Silstedter Unternehmen wird die Gebührensatzung derzeit überarbeitet, wie Kundenbetreuerin Gisela Hanl informiert. Bei der nächsten Verbandsversammlung am 21.Mai soll über die neue Berechnung abgestimmt werden. Dass die Stadtwerke künftig die Schmutzwassermenge berechnen, sei keine Option. Gisela Hanl: "Nach Einbau des Zählers erhalten wir Zählernummer, Einbaudatum, Zählerstand und Eichjahr, die in unser Abrechnungsprogramm eingepflegt werden." Diese Daten müssten vom Verband definitiv protokolliert werden. Denn die bloße Subtraktion der Verbrauchsdaten reicht Gisela Hanl zufolge nicht aus. Erst die Ausweisung in zwei getrennten Werten ermöglicht die "notwendige Plausibilitätskontrolle", die der WAHB als Teil der hoheitlichen Aufgabe der Abwasserentsorgung leisten muss. Der Verband sei unterdessen um "Kostenklarheit und Kostendämpfung" bemüht.

Auch die Stadtwerke erteilen Jörgen Huchs Vorschlag eine Absage. Auf Nachfrage heißt es, man wolle nicht in die Preisautonomie des Abwasserverbandes eingreifen. "Unsere Dienstleistung geht bis zum Zähler und richtet sich an die Gartenbesitzer", verdeutlicht Geschäftsführer Steffen Meinecke gegenüber der Volksstimme. Seit Anfang Januar nutzen über 20Gartenbesitzer das Angebot der Stadtwerke. 25weitere Anfragen liegen vor.

Zum Hintergrund: Im Februar haben Stadtwerke, der WAHB und der Eigentümerverband Haus Grund einen Einigungsvertrag unterzeichnet. Künftig garantieren die Stadtwerke-Mitarbeiter den fachgerechten Einbau, lesen den Stand des Minderungszählers beim Kunden im Garten ab, und melden die Daten dem Abwasserverband in Silstedt.

Da Gießwasser nicht dem Abwassernetz zugeführt wird, kann es von der Schmutzwasserrechnung abgesetzt werden. Pro Kubikmeter Gießwasser spart der Kunde drei Euro. Etwa 1600Haus- und Gartenbesitzer im Gebiet des WAHB nutzen diese Möglichkeit.