Das Blankenburger Herbergsmuseum wird bei Besuchern immer beliebter. Wer sich selbst einen Einblick verschaffen möchte, kann am 1. Mai zum Tag der offenen Tür einiges entdecken.

Blankenburg l Wenn sich die Tür zum Haus in der Bergstraße 15 öffnet, tritt der Besucher ein in eine ganz eigene Welt. Die kleinen Zimmer des 1684 errichteten Fachwerkhauses dokumentieren detailverliebt deutsche Handwerksgeschichte. Das einzige Herbergsmuseum Deutschlands knüpft mit seiner Ausstellung an jene Zeit an, in der das Haus reisenden Handwerksgesellen eine günstige Bleibe bot. Gut 30 Jahre lang - von 1884 bis 1916 - wurde das Gebäude dafür genutzt. Heute gibt es mit einer Vielzahl an Bildern, Dokumenten, Sachzeugen und einer Bibliothek einen Einblick in das mit der Gesellenwanderschaft verbundene, traditionelle Brauchtum.

Neben dem einstigen Herbergsmilieu mit Innenhof sind Waschhaus, Stall, Herbergsküche, Logierzimmer und Restaurationszimmer hergerichtet. Und immer noch Ziel wandernder Gesellen aus aller Welt. Seit 1992 treffen sich fremde und einheimische einmal im Jahr in Blankenburg - organisiert von der Bruderschaft "Zur Rose" aus Quedlinburg und den Gewandhausgesellen zu Leipzig. "In diesem Jahr sind die Zünftigen Handwerker zu Goslar das erste Mal dabei", kündigt Herbergsvater Carsten Paul an, der die Westharzer als sehr engagierte Männer kennengelernt hat. Nach einem Schaden am Dach des Hauses waren sie sofort zur Stelle, um ihn zu beheben.

Carsten Paul lädt mit seinem Team alle interessierten Besucher am Donnerstag, 1. Mai, von 10 bis 15 Uhr zum nächsten Gesellentreffen ein. Höhepunkte des Tages sind dabei die Lieder und alten Bräuche der Handwerksgesellen - das Schallern und Klatschen im Garten hinter dem Haus. Der Eintritt ist übrigens frei.

Das Herbergsmuseum, das Vereinslokal des Harzklub-Zweigvereins Blankenburg ist und von einem überregional besetzten Förderverein unterstützt wird, wird auch bei den Besuchern immer beliebter. Wie Harzklub-Vorsitzender Helmut Schink mitteilte, konnten im vergangenen Jahr 1329 Gäste aus ganz Deutschland begrüßt werden - 93 mehr, als im Jahr zuvor. Zur Jahreshauptversammlung dankte er besonders Carsten Paul und Conny Alpermann dafür, dass sich das Museum so ansprechend präsentiert. "Mit ihrer Arbeit gewähleisten sie die Erhaltung und Pflege eines einzigartigen und kostbaren Erbes", so Schink. Umso mehr bedauert er, dass die Arbeitsgelegenheit für Conny Alpermann zum Jahresende ausläuft und kein adäquater Ersatz in Aussicht ist.