Die Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege und Sozialassistenz am Mutterhaus in Elbingerode unterstützen das Kenia-Projekt von Klaus Richter. Der Leiter der Hilfsaktion für Straßenkinder freut sich über eine Spende von 400 Euro.

Elbingerode l Afrikanisches Flair weht am Montagmorgen durch den Mehrzweckraum. Die schwarz-rot-grüne Fahne mit dem Massai-Schild prangt auf einem Aufsteller, auf einer langen Tafel warten afrikanische Speisen wie Elefantenfußbrot und Bananenpfannkuchen. Doch bevor sich die Gäste auf das Essen stürzen, erfahren sie mehr über das Land im Osten des schwarzen Kontinents. Die Schüler der Klasse S 13 der Berufsfachschule für Altenpflege und Sozialassistenz am Mutterhaus in Elbingerode hatten sich im Unterricht eingehend mit Kenia beschäftigt.

Die Anregung dazu gab eine Fotoausstellung über Straßenkinder, die Klaus Richter im vergangenen Jahr in der Galerie im Diakonissen-Mutterhaus gezeigt hatte. Der ehemalige Chefarzt leitet seit vielen Jahren ein Hilfsprojekt in Kenia. Die Ausstellung machte Einblicke ins Leben der Straßenkinder möglich und beeindruckte die Schüler so sehr, dass sie beschlossen, dem Thema ein Projekt zu widmen. "Die Leute leben buchstäblich im Müll. Das hat mich sehr berührt", sagt der 17-jährige Florian Greil. "Der Unterschied zwischen ihnen und uns ist krass", ergänzt die gleichaltrige Anna-Maria Gebhardt. Beide wollen wie ihre Mitschüler den Kindern und Jugendlichen helfen. "Ein bisschen von unserem Vermögen können wir abgeben", sagt Anna Fehrecke.

Die Schüler haben einen Kuchenbasar organisiert und dafür 25 Kuchen gebacken, die sie Mitte Februar in der Schule, im Mutterhaus, in der Rehaklinik und im Krankenhaus verkauften. Dabei kamen rund 380 Euro zusammen, die Schüler rundeten die Summe auf 400 Euro auf.

Im Sozialkundeunterricht beschäftigte sich die Klasse mit Geografie, Geschichte und Natur des Landes sowie mit den Lebensbedingungen seiner Bewohner. Ihr Wissen verarbeiteten sie in einer gemeinschaftlichen Präsentation, zu der neben Vorträgen und Bildern das selbst zubereitete afrikanische Buffet gehörte.

Hilfe für Straßenkinder

"Ich bin beeindruckt davon, wie ihr euch vorbereitet habt", sagt Klaus Richter, der seinerseits von seiner Arbeit in dem ostafrikanischen Land berichtet. Das Kenia-Projekt widmet sich Straßenkindern, von denen es im Land schätzungsweise rund 600000 gibt, sowie der Hilfe für Suchtkranke.

Die 400 Euro, die ihm die Schüler in Form eines Schecks überreichten, soll einem Straßenkinderprojekt in der Stadt Embu zugute kommen. Dort leben 30 Kinder und Jugendliche, das Geld wird verwendet, um Material für Kunst-, Artistik- und Fußballprojekte zu bezahlen, so Richter. Gut findet Robert Neue, dass die Spenden ohne Abzüge bei den Empfängern ankommen. "Darauf wird bei dieser Initiative sehr geachtet", sagt der 21-Jährige.