Blankenburg ist um ein Kunstwerk reicher. Das Gemälde "Blankenburger Himmel I" der Malerin Edda Grossman schmückt die Aula der Europa- und Ganztagssekundarschule "August Bebel". Am Dienstag wurde es offiziell eingeweiht.

Blankenburg l Es ist das lang ersehnte i-Tüpfelchen für die schöne Aula der Europa- und Ganztagsschule "August Bebel" in Blankenburg: das zweiteilige und überdimensionale Ölgemälde "Blankenburger Himmel I" der Künstlerin Edda Grossman. Seit Dienstag darf es dauerhaft den Saal schmücken. Auffällig dabei: Jener Himmel über Blankenburg ist nicht grau, nicht blau, sondern grün. "Blankenburg erlebe ich als irrsinnig farbig und grün. Es ist eingebettet in eine Unmenge grün", beschreibt Edda Grossman ihre Begegnungen mit der Stadt, deren Porträt dazu einlädt, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Da sind die liebevollen Details, wie die Lyra aus dem Barockgarten, die wandernden Handwerksgesellen vor dem Herbergsmuseum, der Archäologe Robert Koldewey mit seinem wohl bekanntesten Fund: dem babylonischen Ischtartor. Und natürlich jede Menge Löwen. Der Löwe als Zeichen der Stärke, als Zeichen der Bekenntnis zur Braunschweiger Identität. Aber nicht nur. Großes Schloss, Kleines Schloss und Rathaus rücken allerdings in den Hintergrund für zwei prägende Figuren der Vergangenheit. So setzt Edda Grossman Herzog Ludwig Rudolf ebenso groß in Szene, wie die von ihm einst bewunderte und geförderte Schauspielerin Friederike Caroline Neuber, genannt "Die Neuberin". Sie fungiert als "Strippenzieherin" und lässt die Legende vom Regensteiner Raubgrafen als Marionettenspiel lebendig werden.

In Auftrag gegeben und finanziert wurde das Gemälde vom Barheine-Beirat. Dieses Gremium verwaltet den Nachlass des Halberstädter Malers Julius Barheine (1897-1976) und ist der testamentarischen Verfügung verpflichtet, Künstler der Altkreise Halberstadt und Wernigerode zu fördern und finanziell zu unterstützen. Umso mehr freute sich Beiratsmitglied Christian Juranek, Geschäftsführer der Schloß Wernigerode GmbH, über das nun fertige Werk von Edda Grossman. Vor zahlreichen Ehrengästen und Schülern lobte er ihre großartige Entwicklung als Künstlerin, die den Europagedanken selbst lebe - mit ihren Lebensmittelpunkten Veckenstedt und Barcelona. Er würdigte sie als "Malerin des Verborgenen", die dem Betrachter ihrer Bilder die Chance bietet, möglichst viel zu entdecken. "Es ist ein Bild für die Zukunft der Schule und für die Zukunft der Schüler", so Juranek.

Schulleiter Willi Streitenberger dankte im Anschluss an die Unterzeichnung des Dauerleihgabevertrags sowohl der Künstlerin, als auch der Kunsterzieherin Vivian von Manteuffel und ihren Schülern des Wahlpflichtkurses Kultur und Künste. Sie haben seit Dezember 2012 das Projekt künstlerisch begleitet. So entstanden korrespondierende Schülerarbeiten von Rex Brandenburg, Laetitia Kühn, Felix Voigt, Lucy Schwertner, Dana Sobol, Alina Revelant, Martina Geilich, Julia Zwenker und Maximilian Schöntag. Die von ihnen gemalten Flaggen aller europäischen Staaten, wurden von Edda Grossman übrigens auf den "Blankenburger Himmel" aufgenäht.