Zwischen Derenburg und Reddeber wird im Herbst ein neues Flurneuordnungsverfahren eingeleitet. Es betrifft rund 660 Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen.

Derenburg l Auf einer Fläche von rund 1550 Hektar - das entspricht rund 3000 Fußballfeldern - wird im Herbst ein neues Flurneuordnungsverfahren eingeleitet. Wie Dietmar Ostermann vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) im Volksstimme-Gespräch erläuterte, sind daran rund 660 Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen rund um Derenburg, Heudeber, Reddeber, Minsleben, Silstedt und Benzingerode beteiligt. Ziel dieses Verfahrens ist es, die Eigentumsverhältnisse in diesem Gebiet erst einmal festzustellen und dann neu und sinnvoll zu ordnen. Einher gehen Bauarbeiten, die unter dem Begriff "Entwicklung des ländlichen Raumes" zusammengefasst werden. Dazu zählt vor allem der Ausbau von multifunktionalen Wegen.

"Wir werden solche Wege mit Betonspurbahnen ausbauen, die hauptsächlich den Landwirten dienen", so Ostermann. Dafür gebe es großen Bedarf, da die modernen Maschinen erheblich schwerer sind, als früher. Deshalb müssen diese ländlichen Wege auch für bestimmte Tonnagen ausgelegt sein. Die Bauart habe sich bei vorhergehenden Projekten bewährt. Den Wegen komme außerdem ein touristischer Nutzen zu.

Ebenfalls betrachtet werden die durch das Gebiet fließenden Gewässer. Dort werden unter anderem Drainagegräben neu angelegt, verrohrte Bäche wieder freigelegt. Mit der durch den geplanten Wegebau einhergehenden Flächenversiegelung sind auch Ausgleichs- und Ersatzarbeiten vorgesehen. "Das bedeutet aber nicht zwingend, immer nur Bäume zu pflanzen. Man kann auch mit der Offenlegung von Gewässern der Natur etwas Gutes tun", so Ostermann. Als Paradebeispiel nannte er die Renaturierung des Harsleber Baches zwischen Derenburg und Benzingerode. Er wurde in einem vorhergehenden Verfahren zwischen 2002 und 2009 auf rund 3,2 Kilometern in seinem natürlichen Verlauf wiederhergestellt. Auch Pappelreihen, die keinen Schutz mehr bieten und eher eine Gefährdung darstellen, sollen wieder angeglichen werden.

Alle Projekte werden im Auftrag des ALFF vom Derenburger Ingenieurbüro EVPLAN projektiert. Sie umfassen ein Volumen von rund drei Millionen Euro. Rund 80 Prozent werden von Europäischer Union, Bund und Land gefördert.